Startseite » DAX » SAP Aktie: Current Cloud Backlog springt 27 Prozent

SAP Aktie: Current Cloud Backlog springt 27 Prozent

Starkes Cloud-Wachstum beschert SAP den größten Kursanstieg seit Monaten, während gesenkte Gewinnziele die Euphorie bremsen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Cloud-Auftragsbestand steigt um 27 Prozent
  • Gewinnprognose für 2026 leicht gesenkt
  • Kursziel von Analysten reduziert
  • Zukäufe stärken KI-Strategie

Starke Auftragszahlen im Cloud-Geschäft haben der SAP-Aktie am Freitag den größten Tagesgewinn seit Langem beschert. Das Papier schloss bei 140,80 Euro, ein Plus von 9,15 Prozent. Der Sprung kam, nachdem der Softwarekonzern die Sorgen vor einer Wachstumsabschwächung mit robusten Zahlen zum zweiten Quartal zerstreut hatte.

Cloud-Backlog wächst deutlich zweistellig

Im Zentrum der Rally steht der sogenannte Current Cloud Backlog, der ausstehende Auftragsbestand im Cloud-Geschäft. SAP meldete für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 einen Anstieg dieser Kennzahl um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, währungsbereinigt lag das Plus bei 26 Prozent. Der Gesamtumsatz kletterte im gleichen Zeitraum um 9 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro. Für Anleger ist der Cloud-Backlog ein zentraler Frühindikator, weil er künftige Umsätze aus bereits abgeschlossenen, aber noch nicht abgerechneten Verträgen abbildet – und genau hier hatte der Markt zuletzt eine Verlangsamung befürchtet.

Trotz der guten Auftragslage musste SAP an anderer Stelle zurückrudern. Das Management senkte die Prognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro, zuvor waren bis zu 12,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Als Grund nannte der Konzern Verwässerungseffekte durch jüngste Zukäufe. Diese Gemengelage – kräftiges Auftragswachstum bei gleichzeitig gedämpfter Margenperspektive – dürfte erklären, warum die Kursreaktion trotz starker Backlog-Zahlen nicht ungeteilt euphorisch ausfiel.

Analysten reagieren mit Kürzungen

Unmittelbar nach der Zahlenvorlage und der angepassten Gewinnprognose senkten sowohl die DZ Bank als auch Evercore ISI ihre Kursziele für die SAP-Aktie. Beide Häuser reagierten damit auf die eingetrübte Ergebnisperspektive, auch wenn das operative Kerngeschäft im Cloud-Segment an Fahrt gewonnen hat. Die Reaktion zeigt, wie genau der Markt derzeit zwischen Wachstumsdynamik und Profitabilität unterscheidet.

Der Kurssprung vom Freitag ändert wenig am Bild der vergangenen zwölf Monate: Die Aktie notiert weiterhin deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt, ein Abstand von 18,98 Prozent, der die anhaltende mittelfristige Schwäche unterstreicht. Der jüngste Rebound ist damit eher eine Erholung von niedrigem Niveau als eine Trendwende.

Zukäufe treiben die KI-Strategie

Parallel zur Zahlenvorlage arbeitet SAP an seiner Übernahmestrategie weiter. Erst am 17. Juli hatte der Konzern die Übernahme des Freiburger KI-Startups Prior Labs abgeschlossen, das künftig als eigenständiges „Frontier-AI-Labor“ für strukturierte Daten im Konzern agieren soll. Bereits Anfang Juli hatte SAP die Akquisition von Dremio abgeschlossen, einem Anbieter einer Data-Lakehouse-Plattform. Beide Zukäufe sollen die „Autonomous Enterprise“-Strategie stärken, mit der SAP Unternehmenssoftware zunehmend automatisiert und KI-gestützt anbieten will. Genau diese Übernahmen sind es auch, die laut Unternehmensangabe die Margenprognose belasten.

Der nächste Prüfstein für Anleger folgt am 22. Oktober, wenn SAP die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Bis dahin dürfte der Markt genau beobachten, ob sich das Cloud-Wachstum fortsetzt und ob die Integration der jüngsten Zukäufe die Marge tatsächlich nur vorübergehend belastet.

Anzeige

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 26. Juli liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SAP

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.