Die Quartalszahlen von SAP führen heute zu höheren Analystenzielen – aber nicht zu einem einheitlichen Anlageurteil. Goldman Sachs bekräftigt seine Kaufempfehlung, während die DZ Bank trotz einer deutlichen Zielanhebung zum Verkauf rät. Für Anleger liegt der entscheidende Unterschied damit weniger in der Richtung der Anpassungen als in der Bewertung des weiteren Potenzials.
Goldman Sachs setzt auf Wettbewerbsvorteile
Goldman Sachs erhöht das Kursziel von 230 auf 258 Euro und bestätigt die Einstufung „Buy“. Analyst Mohammed Moawalla hebt die anhaltende Stärke der abgesicherten Cloud-Vertragsumsätze hervor. SAP dürfte die Konkurrenz nach seiner Einschätzung weiter abhängen.
Die positive Bewertung richtet sich damit nicht allein auf das abgeschlossene Quartal. Im Mittelpunkt steht auch die Frage, wie belastbar das künftige Geschäft ist. Moawalla sieht im Cloud-Auftragsbestand einen Beleg für die Wettbewerbsstärke von SAP.
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Goldman Sachs beim Cloud-Auftragseingang ein währungsbereinigtes Wachstum von 23,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor hatte das Haus mit 22,8 Prozent gerechnet.
Diese höhere Schätzung unterstreicht den optimistischen Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung. Sie bleibt allerdings eine Prognose und ist kein bereits verbuchtes Wachstum.
DZ Bank bleibt beim Verkaufsurteil
Auch die DZ Bank setzt ihre Zielmarke deutlich herauf: von 120 auf 170 Euro. An der Verkaufsempfehlung hält das Haus jedoch fest. Eine höhere Zielmarke bedeutet hier ausdrücklich keine positivere Handlungsempfehlung für Anleger.
Der Gegensatz ist für die Einordnung der Analystenreaktionen wesentlich. Beide Häuser korrigieren ihre Ziele nach oben, ziehen daraus aber unterschiedliche Schlüsse für die Aktie. Die Richtung einer Kurszieländerung allein sagt deshalb wenig über das abschließende Anlageurteil aus.
Die Aktie notiert bei 213,20 € und damit zwischen den Zielmarken der beiden Häuser. Goldmans Einschätzung eröffnet aus dieser Perspektive weiteres Potenzial; das Ziel der DZ Bank liegt dagegen unter dem Börsenkurs.
Geschäftszahlen stützen die Neubewertung
Im dritten Quartal 2026 erzielte SAP einen Umsatz von 10,27 Milliarden Euro. Das entsprach einem Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertraf die Erwartungen.
Damit liefern die Ergebnisse eine operative Grundlage für die angehobenen Analystenziele. Die unterschiedliche Einstufung zeigt zugleich, dass bessere Geschäftszahlen die Bewertungsfrage nicht automatisch entscheiden.
Der bereinigte Betriebsgewinn stieg um 18 Prozent auf 3,03 Milliarden Euro. SAP steigerte das Ergebnis damit stärker als den Umsatz.
Für die weitere Einordnung zählt, ob SAP die positive Entwicklung fortsetzen kann. Den nächsten angekündigten Prüfstein bilden die Zahlen zum vierten Quartal 2026, deren Veröffentlichung voraussichtlich am 28.01.2027 ansteht. Bis dahin stehen sich eine bestätigte Kaufthese und ein trotz Zielanhebung unverändertes Verkaufsurteil gegenüber.
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