SAP hat am Dienstag eine neue Zwischenmeldung zu seinem laufenden Aktienrückkaufprogramm veröffentlicht. In der Kalenderwoche vom 10. bis 14. August erwarb der Softwarekonzern exakt 50.000 eigene Aktien, gestaffelt mit einem täglichen Volumen von jeweils 10.000 Stück. Die Kapitalrückführung läuft damit unverändert weiter und unterstreicht, dass der Vorstand trotz laufender milliardenschwerer Zukäufe an der Ausschüttungspolitik festhält.
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der SAP sein Portfolio im Bereich künstliche Intelligenz und Datenmanagement kräftig erweitert. Im Juli schloss der Konzern die Übernahmen von Dremio und Prior Labs ab. Dremio bringt eine offene Data-Lakehouse-Plattform ein und soll Kunden helfen, Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Umgebungen zu kombinieren.
Prior Labs gilt als Pionier bei tabellarischen Foundation Models und soll SAPs Fortschritte bei eigenen KI-Modellen, die mit SAP-RPT-1 begannen, beschleunigen. SAP kündigte an, in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro zu investieren, um Prior Labs zu einem führenden Frontier-AI-Labor für strukturierte Daten auszubauen.
Zahlen belegen Cloud-Dynamik
Die Übernahmen schlagen sich bereits im Ausblick nieder. Nach den Zahlen zum zweiten Quartal, die Ende Juli veröffentlicht wurden, aktualisierte SAP seine Prognose für 2026, um den Verwässerungseffekt aus beiden Zukäufen abzubilden, der auf über 100 Millionen Euro geschätzt wird.
Der Konzern erwartet nun ein Non-IFRS-Betriebsergebnis bei konstanten Währungen zwischen 11,8 und 12,2 Milliarden Euro, ein Plus von 13 bis 17 Prozent gegenüber 2025. Beim Cloud-Umsatz peilt SAP 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro an, ebenfalls währungsbereinigt.
Das operative Geschäft liefert die Basis für diese Erwartungen. Der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft, der sogenannte Current Cloud Backlog, stieg im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Die Cloud-Erlöse insgesamt legten um 22 Prozent zu, die Erlöse der Cloud-ERP-Suite sogar um 25 Prozent. Der Gesamtumsatz wuchs um 9 Prozent, währungsbereinigt um 11 Prozent.
Kunden setzen weiter auf SAPs KI-Angebot
Dass die Investitionen in KI auch am Markt ankommen, zeigt eine aktuelle Kundenentscheidung: NTT DATA hat SAP SuccessFactors gemeinsam mit der SAP Business Data Cloud und dem KI-Orchestrator Joule für die nächste Phase seiner globalen Personaltransformation ausgewählt. Solche Referenzen stützen die Erzählung, dass SAP seine KI-Werkzeuge erfolgreich in bestehende Cloud-Produkte integriert, statt sie nur als Zusatzfunktion zu vermarkten.
Regulatorisch hat sich zudem eine Belastung aufgelöst: Ende Juli teilte das Bundeskartellamt mit, seine Vorermittlungen gegen SAP abgeschlossen zu haben, ohne derzeit ein Missbrauchsverfahren einzuleiten.
Kursbild bleibt angespannt trotz Erholung
An der Börse zeigt sich diese Gemengelage in einem zweigeteilten Bild. Die Aktie notiert aktuell bei 185,36 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen um 36 Prozent zugelegt, nachdem sie zuvor deutlich unter Druck geraten war. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Rückstand von 12 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 21 Prozent im Minus.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 242,00 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, bleibt die Aktie 23 Prozent entfernt. Der jüngste Kurssprung hat den Titel damit weit über seine gleitenden Durchschnitte getrieben, was auf eine überhitzte Kurzfristbewegung hindeutet, während die fundamentale Story aus Cloud-Wachstum und KI-Expansion intakt bleibt.
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