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SAP Aktie: Bewährungsprobe vor Quartalszahlen

SAP präsentiert am 23. Juli die Q2-Zahlen. Der Aktienkurs bleibt technisch angeschlagen, während Cloud-Wachstum und KI-Monetarisierung im Fokus stehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Quartalsbericht am 23. Juli erwartet
  • Cloud-Auftragsbestand als Schlüsselkennzahl
  • Analysten sehen Potenzial trotz Kurszielkürzung
  • Charttechnisch weiterhin angeschlagen

SAP steht vor einem entscheidenden Termin. Am 23. Juli legt der Konzern die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor. Die Aktie notiert aktuell bei 139,24 Euro, nur wenige Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro – und unter beiden wichtigen gleitenden Durchschnitten.

Der Kurs liegt unter dem 50-Tage-Schnitt von 144,62 Euro. Noch deutlicher fällt der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt aus: Der liegt bei 175,85 Euro. Damit trifft der Bericht auf eine Aktie, die technisch angeschlagen bleibt.

Die entscheidende Kennzahl

Im Zentrum steht eine Frage: Kann SAP belegen, dass sich die milliardenschweren Cloud- und KI-Investitionen in beschleunigter Nachfrage niederschlagen? Oder setzt sich die bereits erwartete leichte Abschwächung beim Current Cloud Backlog fort?

Der Auftragsbestand gilt als Frühindikator für künftige Cloud-Umsätze. Verlangsamt er sich stärker als von SAP selbst avisiert, dürfte das die Skepsis der Anleger bestätigen. Bleibt das Wachstum robust und liefert das Management einen klareren Zeitplan zur Monetarisierung der KI-Agenten, könnte das als Stabilisierungssignal gewertet werden.

Was für eine Stabilisierung spricht

Die operative Basis stimmt bislang. SAP übertraf im ersten Quartal 2026 die Gewinnerwartungen der Analysten: Der Gewinn je Aktie lag bei 1,66 Euro, erwartet waren 1,64 Euro. Der Konzern startete zudem mit stärkerem Cloud-Wachstum und höherem Auftragsbestand als prognostiziert ins Jahr und steigerte gleichzeitig die Profitabilität.

Für das laufende Geschäftsjahr hält SAP an seiner Guidance fest. Der Konzern stellt weiterhin ein währungsbereinigtes Cloud-Wachstum von 23 bis 25 Prozent auf 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro in Aussicht. Diese Prognose blieb bislang unangetastet.

Auch aus Analystensicht bleibt das Bild trotz jüngster Kürzungen mehrheitlich konstruktiv. UBS-Analyst Michael Briest senkte sein Kursziel von 205 auf 164 Euro, hält aber an der Einstufung „Buy“ fest. Das gestutzte Ziel liegt noch rund 19 Prozent über dem aktuellen Kurs. Hinzu kommt: Ein belastender regulatorischer Unsicherheitsfaktor ist bereits ausgeräumt. Die EU beendete das Kartellverfahren gegen SAP am 13. Juli ohne Bußgeld.

Was gegen eine schnelle Erholung spricht

Dagegen steht die Sorge, dass die KI-Transformation langsamer skaliert als erhofft. UBS begründete die Kürzung des Kursziels explizit damit: Großkunden führen KI-gestützte Agenten aus Sicht der Bank zu zögerlich ein. Die Verzahnung dieser Werkzeuge mit gewachsenen ERP-Landschaften verläuft komplexer und langsamer als erhofft.

Diese Einschätzung deckt sich mit SAPs eigener Kommunikation. Der Konzern hatte selbst signalisiert, dass sich das Wachstum des Current Cloud Backlog in konstanten Währungen 2026 leicht abschwächen dürfte.

Bisherige positive Impulse konnten den Kurs kaum stützen. Weder das beendete Kartellverfahren noch der laufende Aktienrückkauf über bis zu 2,6 Milliarden Euro gaben der Aktie zuletzt Halt. Charttechnisch bleibt die Lage fragil. Der technische Blick liefert bislang keine klare Trendwende.

Die hohe Volatilität von annualisiert 36,38 Prozent über 30 Tage zeigt: Anleger rechnen vor der Zahlenvorlage mit größeren Kursbewegungen.

Ausblick auf den 23. Juli

Zwei Szenarien stehen zur Wahl. Bleibt der Cloud-Backlog innerhalb der von SAP selbst skizzierten Abschwächung und wird die Jahresprognose bestätigt, dürfte die Aktie in ihrer aktuellen Bandbreite verharren – zwischen dem 52-Wochen-Tief bei 130,80 Euro und dem 50-Tage-Schnitt bei 144,62 Euro. Eine technische Bodenbildung wäre dann möglich.

Enttäuscht das Backlog-Wachstum hingegen stärker als bereits eingepreist, oder bleibt die Guidance zur KI-Monetarisierung vage, dürfte der Druck Richtung des jüngsten Tiefs anhalten. Als nächste Orientierungsmarke gilt dann UBS‘ gesenktes Kursziel von 164 Euro – vorausgesetzt, der Konsens wird verfehlt oder die KI-Guidance bleibt unklar.

Der nächste konkrete Katalysator ist der Quartalsbericht am 23. Juli samt Analystenkonferenz. Dort dürfte sich zeigen, ob die Cloud-Kennzahlen den bestehenden Guidance-Korridor stützen können.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.