Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Allzeithoch notiert SAP auf dem niedrigsten Stand seit zwölf Monaten. Der Kursverfall ist bemerkenswert — und die Analysten sind trotzdem bullish.
Freier Fall seit Sommer 2025
Am Freitag markierte die SAP-Aktie bei 132,26 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Der Schlusskurs lag bei 134,00 Euro — ein Minus von gut einem Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Verlust auf über 13 Prozent.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 34 Prozent verloren. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 266,00 Euro, das am 9. Juli 2025 erreicht wurde, beträgt der Abstand inzwischen fast 50 Prozent. Beide gleitenden Durchschnitte — der 50-Tage-Schnitt bei 148,56 Euro und der 200-Tage-Schnitt bei 185,65 Euro — liegen weit über dem aktuellen Kurs. Das ist technisch kein gutes Bild.
Analysten sehen Substanz, Markt sieht KI-Verlierer
Mehrere Banken halten dennoch an positiven Einschätzungen fest. UBS bestätigt „Buy“ mit einem Kursziel von 205 Euro. Berenberg bleibt ebenfalls bei „Buy“ und nennt 215 Euro als Ziel. Analyst Nay Soe Naing von Berenberg verweist auf stabile Umsatzentwicklungen und einen wachsenden Auftragsbestand — und räumt ein, dass Software-Titel generell wenig gefragt sind und historisch niedrig bewertet werden.
Das ist das eigentliche Problem. Anleger bevorzugen derzeit Unternehmen, die als direkte KI-Profiteure gelten. SAP zählt in dieser Wahrnehmung nicht dazu — trotz erwarteter Margenverbesserungen und fundamentaler Stärke im Bereich Unternehmenssoftware.
Q2-Zahlen als nächster Test
Am 23. Juli 2026 legt SAP die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Diese Zahlen werden zeigen, ob das operative Geschäft der Kursentwicklung trotzt — oder ob sich der Abwärtsdruck fundamental begründen lässt.
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