Der Gegenwind für Europas größten Softwarekonzern nimmt spürbar zu. Gleich drei Analystenhäuser haben ihre Erwartungen für die Walldorfer nach unten korrigiert. Im Zentrum der Bedenken stehen eine schwächelnde Cloud-Dynamik und ein tiefgreifender Umbau des Preismodells, der Investoren zunehmend nervös macht.
Auslöser der jüngsten Verkaufswelle ist eine deutliche Neubewertung durch JPMorgan. Analyst Toby Ogg strich die Kaufempfehlung und senkte das Kursziel drastisch von 260 auf 175 Euro. Auch Kepler Cheuvreux und Jefferies reduzierten ihre fairen Werte spürbar, halten jedoch an ihren positiven Voten fest. Die Reaktion am Markt folgte prompt: Das Papier gab am Dienstag deutlich nach und markierte bei 147,08 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.
Strukturelle Hürden im Cloud-Geschäft
Die Skepsis der Experten fußt primär auf operativen Herausforderungen. Zuletzt blieb das währungsbereinigte Wachstum des kurzfristigen Cloud-Auftragsbestands mit 25 Prozent unter den internen Zielvorgaben. Dieser Frühindikator gilt als Taktgeber für künftige Abonnementumsätze.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SAP?
Gleichzeitig sorgt der geplante Wechsel von traditionellen Lizenzen hin zu einer verbrauchsabhängigen Preisgestaltung bei KI-Anwendungen ab Juli 2026 für Unsicherheit. Eine aktuelle Umfrage der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) untermauert das Problem: Bislang setzen 77 Prozent der befragten Unternehmen bei produktiven KI-Lösungen auf externe Anbieter. SAPs eigene Werkzeuge entwickeln wegen komplexer Lizenzmodelle bislang kaum Zugkraft im eigenen Kundenstamm.
Analysten-Mehrheit bleibt optimistisch
Trotz der Kursverluste von rund 27 Prozent seit Jahresbeginn gibt es gewichtige Gegenstimmen. Die Bank of America sieht die Walldorfer weiterhin als Top-Favoriten für 2026 und verweist auf eine deutliche Unterbewertung gegenüber der Konkurrenz. Von insgesamt 29 Analysten raten immer noch 24 zum Kauf oder Übergewichten. Zusätzlich federt ein massives Aktienrückkaufprogramm über bis zu zehn Milliarden Euro, das bis Ende 2027 läuft, den aktuellen Verkaufsdruck ab.
Am 23. April präsentiert das Management den nächsten Quartalsbericht. Ein genauer Blick wird sich dann auf die Entwicklung des Cloud-Auftragsbestands richten. Fällt dieser Frühindikator erneut schwächer aus als erhofft, gerät das mittelfristige Cloud-Umsatzziel von rund 26 Milliarden Euro für 2026 in Gefahr. Hält die Unterstützung im Bereich des aktuellen 52-Wochen-Tiefs nicht, drohen aus charttechnischer Sicht weitere Abgaben.
SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 24. März liefert die Antwort:
Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
