SAP hat sein laufendes Aktienrückkaufprogramm 2026 in der ersten Septemberwoche fortgesetzt. Zwischen dem 31. August und dem 4. September erwarb der Konzern 576.917 eigene Aktien, wie aus einer Unternehmensmitteilung hervorgeht. Damit summiert sich der Bestand der im Rahmen des Programms zurückgekauften Papiere bis zum 4. September auf gut 6,43 Millionen Aktien.
Das Rückkaufprogramm läuft parallel zu einer Phase, in der SAP seine strategische Ausrichtung öffentlichkeitswirksam schärft. Auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference 2026 stellte das Unternehmen Künstliche Intelligenz als zentralen Wachstumstreiber für Unternehmenssoftware heraus. Der Auftritt reiht sich in eine Reihe von Signalen, mit denen SAP Investoren von der KI-Strategie überzeugen will.
Aufsichtsrat drängt laut Bloomberg auf KI-Durchbruch
Bloomberg berichtete, dass der Aufsichtsrat von SAP nach Einschätzung von Vertrauten in den kommenden Monaten einen sichtbaren KI-Durchbruch für notwendig hält, um im Wettbewerbsumfeld nicht zurückzufallen. Diese Einordnung fällt in eine Phase, in der Cloud-Wachstum zwar solide ausfällt, der Wettbewerb um KI-Funktionalität in Unternehmenssoftware aber zunimmt.
Vor über einem Monat hatte SAP bereits Quartalszahlen samt Prognoseanpassung vorgelegt, seither hat sich der Kurs deutlich erholt. Auch der Cloud-Auftragsbestand, der im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro gestiegen war, bleibt als Grundlage dieser Erwartungshaltung präsent.
Zusätzlich zur strategischen Debatte meldete SAP am vergangenen Dienstag im Rahmen des monatlichen Patch-Days 19 neue Sicherheitshinweise sowie ein Update, darunter zwei als kritisch eingestufte Schwachstellen.
CERT-EU bestätigte die Notizen und warnte namentlich vor den Lücken „OVERPASS“ im SAP Kernel sowie „S4GET“ im NetWeaver Message Server. Als Entdecker der OVERPASS-Schwachstelle wurde Onapsis Research Labs genannt. Seit dem Patch-Day hat der Kurs leicht nachgegeben, größere Marktreaktionen blieben jedoch aus.
Kurs bewegt sich seitwärts, Analysteneinschätzung fällt verhalten aus
Die SAP-Aktie schloss am Freitag bei 178,50 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Rückgang von 3,5 Prozent zu Buche, während sich der Titel auf Monatssicht mit 0,9 Prozent nahezu unverändert zeigt. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 15 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 19 Prozent.
UBS bestätigte zuletzt die Einstufung „Neutral“ für SAP und beließ das Kursziel bei 201 Euro. Die Einschätzung spiegelt eine abwartende Haltung wider: Das Cloud-Geschäft wächst solide, doch der von Bloomberg beschriebene Druck auf einen KI-Durchbruch zeigt, dass die Erwartungen der Investoren über die reinen Wachstumszahlen hinausgehen.
Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob SAP in den kommenden Monaten konkrete KI-Fortschritte liefern kann, die über Konferenzauftritte hinausreichen.
Auf der operativen Ebene bestätigte sich zudem das Interesse großer Industriekunden am Cloud-Modell: Der Technologiekonzern HARTING schloss Anfang September eine langfristige Vereinbarung zu RISE with SAP, was als weiteres Indiz für anhaltende Nachfrage nach SAPs Cloud-Transformationsangebot gewertet werden kann.
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