Der Kurs auf dem tiefsten Stand seit über zwei Jahren, ein 10-Milliarden-Rückkaufprogramm ohne spürbare Wirkung und eine scharfe Abstufung durch JPMorgan — SAP liefert derzeit ein widersprüchliches Bild. Ausgerechnet jetzt lädt der Walldorfer Konzern zur Hauptversammlung.
JPMorgan zieht die Reißleine
Den stärksten Impuls für die jüngste Kursschwäche setzte JPMorgan-Analyst Toby Ogg: Er stufte SAP von „Overweight“ auf „Neutral“ herab und senkte sein Kursziel von 260 auf 175 Euro. Gleichzeitig strich er die Aktie aus seiner „Analyst Focus List“. Begründung: Die Wachstumsrate der vertraglich zugesicherten Cloud-Erlöse dürfte weiter nachlassen, die Margenausweitung sich verlangsamen — beides als Folge des laufenden Umbaus im KI-Zyklus. Für die Jahre 2026 bis 2028 korrigierte JPMorgan seine EBIT- und EPS-Schätzungen jeweils um niedrige bis mittlere einstellige Prozentsätze nach unten.
Kepler Cheuvreux und Jefferies sehen das anders. Beide Häuser senkten zwar ihre Kursziele auf 190 beziehungsweise 230 Euro, halten aber an ihren Kaufempfehlungen fest.
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Rückkauf ohne Kurswirkung
SAP kauft derzeit im Rahmen eines Programms von bis zu 2,6 Milliarden Euro eigene Aktien zurück — allein in der Woche vom 16. bis 20. März waren es 1,45 Millionen Stücke über Xetra. Das Gesamtprogramm ist mit zehn Milliarden Euro eines der größten in der DAX-Geschichte. Den Abwärtstrend hat es bislang nicht gestoppt. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie rund 28 Prozent und ist damit das schwächste Mitglied im deutschen Leitindex.
Fundamental sieht die Lage deutlich besser aus. 2025 stieg der Konzernumsatz um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis legte um 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro zu. Die Bank of America sieht SAP als Top-Pick in der Softwarebranche und verweist auf ein KGV von 23 bei einer prognostizierten Gewinnwachstumsrate von 18 Prozent bis 2028 — im Branchenvergleich eine deutliche Unterbewertung.
Nächster Test am 23. April
Am 23. April veröffentlicht SAP seine Q1-Zahlen. Im Mittelpunkt steht der kurzfristige Cloud-Auftragsbestand: Im vierten Quartal 2025 wuchs er zwar um 25 Prozent, blieb damit aber unter der eigenen Zielvorgabe. Zusätzlich prüft eine US-Anwaltskanzlei derzeit eine mögliche Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs. Die Q1-Zahlen werden zeigen, ob SAPs Wachstumsprognose von 23 bis 25 Prozent im Cloud-Segment für 2026 noch trägt — und ob der Abstand zwischen Analystenmeinungen und Kursentwicklung kleiner wird, bevor die Aktionäre am 5. Mai zur virtuellen Hauptversammlung zusammenkommen.
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