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SAP Aktie: 52-Wochen-Tief bei 132,26 Euro

SAP-Aktie fällt auf neues 52-Wochen-Tief, obwohl Cloud-Umsatz und operatives Ergebnis deutlich steigen. Analysten sehen Kurspotenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Cloud-Umsatz wächst um 27 Prozent
  • Operatives Ergebnis steigt auf 2,9 Milliarden
  • Berenberg sieht über 60 Prozent Kurspotenzial
  • EU-Kartellverfahren belastet die Aktie zusätzlich

Fast halbiert in zwölf Monaten — und das Geschäft läuft. SAP notiert am Freitag bei 133,04 Euro, nur einen Hauch über dem 52-Wochen-Tief von 132,26 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus bereits 34 Prozent. Die Schere zwischen operativer Realität und Börsenkurs wird immer größer.

Starkes Quartal, schwacher Kurs

Im ersten Quartal 2026 wuchs der Cloud-Umsatz um 27 Prozent. Der Gesamtumsatz stieg auf 9,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu.

Berenberg-Analyst Nay Soe Naing sieht die Kursschwäche nicht in den Fundamentaldaten begründet. SAP habe ein robustes Quartal geliefert und wachse stabil. Das Problem liegt woanders: Der Markt bevorzugt gerade Unternehmen, die als direkte KI-Gewinner gelten. SAP fällt aus Anlegersicht noch nicht überzeugend in diese Kategorie. Die Folge: eine historisch niedrige Bewertung. Berenberg hält an einem Kursziel von 215 Euro und einem „Buy“-Rating fest — das impliziert beim aktuellen Kurs ein Aufwärtspotenzial von über 60 Prozent.

Zinsdruck und Sektor-Gegenwind

Die geldpolitische Lage verschärft die Situation. In seiner ersten Sitzung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh beließ die US-Notenbank am 17. Juni die Leitzinsen bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Neun von 18 Ratsmitgliedern deuteten mögliche Zinserhöhungen noch für 2026 an. Goldman Sachs hat Zinssenkungen komplett aus 2026 gestrichen — frühestens 2027. Für hoch bewertete Wachstumstitel erhöht das den Abzinsungsfaktor spürbar.

Obendrein stufte die UBS europäische IT-Aktien ab. Goldman Sachs senkte zudem die Bruttomargenprognose für SAP wegen höherer Hardwarekosten in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Regulatorisches Risiko aus Brüssel

Ein weiterer Belastungsfaktor kommt aus Brüssel. Die Europäische Kommission hat ein Verfahren gegen SAP eingeleitet. Der Vorwurf: SAP soll seine marktbeherrschende Stellung genutzt haben, um überhöhte Zahlungen für Wartungs- und Serviceleistungen durchzusetzen. Gelingt keine Einigung, droht ein Bußgeld von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes.

Halbjahresergebnisse als Prüfstein

Am 23. Juli 2026 veröffentlicht SAP seine Halbjahresergebnisse. Der Markt wird dann prüfen, ob die Zukäufe Reltio und Prior Labs das Cloud-Wachstum bereits beschleunigen. Entscheidend ist, ob Cloud-Auftragsbestand und Cloud-Bruttomarge das Tempo aus dem ersten Quartal halten. Erst dann lässt sich beurteilen, ob die KI-Strategie kommerziell trägt — und ob das Kursziel von Berenberg mehr ist als eine geduldige Wette auf bessere Zeiten.

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