SAP bleibt im Fokus institutioneller Anleger. BlackRock hat seinen Stimmrechtsanteil am Softwarekonzern zum 11. August auf 6,75 Prozent erhöht, nachdem der Vermögensverwalter bereits zum 5. August dieselbe Schwelle überschritten hatte. Die schrittweise Aufstockung signalisiert anhaltendes Vertrauen eines der größten Kapitalsammelstellen der Welt in die Aktie, auch wenn die Zuwächse im Detail gering ausfallen.
Parallel dazu hat SAP selbst Aktien vom Markt genommen: Zwischen dem 10. und 14. August kaufte der Konzern 50.000 eigene Anteile zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 179,35 Euro zurück, wie das Unternehmen mitteilte. Auch aus der Führungsetage kam ein Kaufsignal: Personalvorständin Gina Vargiu-Breuer erwarb laut einer Directors‘-Dealings-Meldung am 11. August eigene Aktien des Unternehmens.
Analystenhäuser mit gegensätzlichen Signalen
Bei den Analysten zeigt sich ein gemischtes Bild. Berenberg senkte am Mittwoch das Kursziel für SAP von 215 auf 205 Euro, bestätigte aber die Einstufung „Buy“ – die Reduktion wirkt angesichts der jüngsten Kurserholung eher als technische Anpassung denn als Vertrauensverlust.
Die Erste Group Bank hob dagegen am selben Tag ihre Gewinnschätzung für das laufende Geschäftsjahr an. Der Analysten-Konsens weist derzeit ein durchschnittliches Kursziel von 203,22 Euro aus.
Am Freitag schloss die Aktie bei 186,70 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 3,6 Prozent zu Buche, über 30 Tage hat sich der Kurs sogar um 43 Prozent verbessert.
Trotz dieser kräftigen Erholung notiert SAP seit Jahresbeginn noch 11 Prozent im Minus und liegt 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro vom 23. Oktober.
Kartellrechtliche Entlastung und Übernahmespekulationen als Rückenwind
Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Titel am Mittwoch durch Berichte über eine kartellrechtliche Entlastung, den Gewinn eines globalen Großkunden sowie allgemeine Übernahmespekulationen im Softwaresektor. Solche sektorweiten Impulse trugen dazu bei, dass SAP als einer der wesentlichen Stützpfeiler der DAX-Rallye in Richtung der 200-Euro-Marke gilt.
Nicht alle Nachrichten fallen jedoch eindeutig positiv aus. Medienberichten zufolge wird derzeit die KI-Strategie des Konzerns diskutiert, wobei auf mögliche Informationslücken im letzten Geschäftsbericht verwiesen wird. Solche Fragen dürften Investoren angesichts der zentralen Rolle von KI-Themen für die Bewertung von Softwareunternehmen genau beobachten.
Blick nach vorn: Q3-Zahlen im Oktober
Die nächste konkrete Bewährungsprobe steht für SAP am 21. Oktober an, wenn der Quartalsbericht für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht wird. Der Marktkonsens erwartet dabei ein Ergebnis je Aktie von 1,83 Euro bei einem Umsatz von 10,09 Milliarden Euro.
Bis dahin dürfte die Kombination aus institutionellem Rückhalt, eigenen Aktienrückkäufen und einem insgesamt positiven Branchenumfeld die Kursentwicklung stützen – auch wenn die Diskussion um die KI-Transparenz ein Unsicherheitsfaktor bleibt, den Anleger nicht ausblenden sollten.
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