Fast die Hälfte des Kurswerts ist weg. SAP hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 45 Prozent verloren und notiert mit 138,38 Euro nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief bei 135,52 Euro. Drei Belastungsfaktoren drücken gleichzeitig: ein schwächelndes Cloud-Geschäft, ein aggressiver Oracle-Rivale und ein restriktiverer Kurs der US-Notenbank.
JPMorgan zweifelt am Cloud-Tempo
Die Analysten von JPMorgan warnen vor einer kurzfristigen Wachstumsschwäche im Cloud-Segment. Das ist heikel, denn genau dieses Segment trägt die gesamte Transformationsstrategie des Walldorfer Konzerns. Die langfristige KI-Vision unter dem Label „Autonomous Enterprise“ gilt zwar weiterhin als intakt. Aber die unmittelbare Dynamik hat spürbar nachgelassen.
Obendrein setzt Oracle SAP unter Druck. Die aktuelle Marktpositionierung des US-Rivalen erschwert SAP den Kampf um Unternehmenskunden — und verstärkt den Verkaufsdruck auf die Aktie.
Fed-Chef Warsh heizt den Gegenwind an
Hinzu kommt ein makroökonomischer Faktor. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hat Signale für mögliche Zinserhöhungen gesendet. Steigende Zinsen belasten Wachstumsaktien strukturell: Künftige Cashflows werden stärker diskontiert, Bewertungen sinken. Für einen Softwaretitel wie SAP ist das ein doppelter Treffer.
Das Chartbild spiegelt die Lage klar wider. Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei 186 Euro beträgt über 25 Prozent. Der RSI liegt bei 37 — technisch überverkauft, aber noch kein Trendwechselsignal. Marktbeobachter sehen eine Seitwärtsrange zwischen 135 und 155 Euro. Hält die Unterstützung bei 135 Euro, bleibt die Konsolidierung geordnet. Bricht sie, fehlt ein technischer Boden.
Ein Lichtblick für geduldige Investoren: Die Dividendenrendite ist durch den Kursverfall auf 1,7 Prozent gestiegen — den höchsten Stand seit drei Jahren. Operative Impulse, die belegen, dass die Cloud-Migration trotz Oracle-Konkurrenz planmäßig läuft, braucht SAP allerdings schnell. Sonst bleibt der Abgabedruck.
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