Nach einem schwachen Jahresstart holt die SAP-Aktie kräftig auf. Am Freitag legt sie um 3,42% auf 167,42 Euro zu – die siebte Sitzung mit Gewinnen. Auslöser ist ein Fireside Chat mit CEO Christian Klein auf der BNP Paribas Exane Conference in Paris, bei dem die KI-Strategie des Softwarekonzerns im Mittelpunkt stand.
Business AI und Cloud-Wachstum als Kernbotschaft
Klein stellte die neue KI-Plattform, Datenanbindung und die Kombination aus Business Technology Platform, Business Data Cloud und KI-Funktionen in den Vordergrund. Die veröffentlichte Zusammenfassung spricht von einer nach der Sapphire-Konferenz weiter positiven Geschäftspipeline – auch wenn Kunden zugleich makroökonomische Risiken im Blick behalten.
Die Botschaft kommt beim Markt an. Auf Sieben-Tage-Sicht gewinnt die SAP-Aktie 7,05%, auf 30 Tage sind es 13,35%. Der RSI liegt bei 62,5 – die Aktie ist nicht überkauft, aber deutlich im Aufwärtstrend.
Milliarden-Finanzierung für KI-Zukäufe
Ende Mai platzierte SAP eine Euro-Anleihe über 3,5 Milliarden Euro in vier Tranchen. Die Nettoerlöse dienen der Refinanzierung zweier Übernahmen: Dremio (Open-Lakehouse-Plattform für SAP- und Nicht-SAP-Daten) und Prior Labs (KI-Labor für strukturierte Unternehmensdaten). In Prior Labs will SAP über vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro investieren. Beide Transaktionen stehen unter regulatorischem Vorbehalt; der Abschluss wird im zweiten oder dritten Quartal 2026 erwartet.
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Die Käufe sind Teil einer Strategie, die das Cloud-Wachstum mit KI-Funktionen verknüpft. Die Fundamentaldaten untermauern den Ansatz: Im ersten Quartal 2026 meldete SAP einen Current Cloud Backlog von 21,9 Milliarden Euro, ein Plus von 20% (währungsbereinigt 25%). Die Cloud-Erlöse stiegen um 19%, das IFRS-Betriebsergebnis um 17%.
Erholung mit Fragezeichen
Die Jahresbilanz trübt den kurzfristigen Optimismus. Seit Jahresbeginn verliert die SAP-Aktie 17,12%, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar 37,99%. Vom 52-Wochen-Hoch bei 271,60 Euro (Juni 2025) bleibt ein Abstand von 38,36%. Das 52-Wochen-Tief bei 135,52 Euro (Mai 2026) liegt dagegen 23,54% unter dem aktuellen Kurs – die Erholung ist spürbar, aber nicht abgeschlossen.
Die nächste Bewährungsprobe kommt am 23. Juli. Dann legt SAP die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor. Bis dahin wird die Aktie daran gemessen, ob die milliardenschwere KI-Offensive in belastbare operative Kennzahlen übersetzt wird.
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