SAP befindet sich in einer der stärksten Kursphasen der vergangenen Monate. Seit Ende Juli hat die Aktie des Walldorfer Softwarekonzerns Schritt für Schritt zugelegt und dabei mehrere prozentuale Tagesgewinne in Folge verbucht. Am Montag schloss das Papier im Xetra-Handel bei 179,86 Euro – ein Niveau, das den seit Wochen anhaltenden Aufwärtstrend bestätigt.
Von unter 160 auf fast 180 Euro
Der Ausgangspunkt der Bewegung lag Ende Juli bei rund 159 Euro. Von dort aus ging es in kleinen, aber beständigen Schritten nach oben: Anfang August notierte die Aktie bei etwas über 167 Euro, wenige Tage später bereits über 169 Euro.
Den entscheidenden Schub lieferte der 7. August, als SAP im Xetra-Handel um 4,08 Prozent zulegte und auf knapp 178 Euro sprang. Medienberichten zufolge summierte sich der Wochengewinn in dieser Phase auf rund sieben Prozent. Auf 30-Tage-Sicht steht damit inzwischen ein Plus von 28,14 Prozent zu Buche – eine Erholung, die den Kurs deutlich von seinen Tiefstständen des Sommers wegträgt.
Die Bewegung verlief nicht sprunghaft, sondern als Serie moderater, aber nahezu täglicher Zugewinne. Genau dieses Muster unterscheidet die aktuelle Phase von kurzlebigen Erholungsrallys: Anleger kauften an mehreren aufeinanderfolgenden Handelstagen zu, ohne dass ein einzelnes Großereignis den gesamten Anstieg erklären würde. Am Montag dieser Woche setzte sich der Trend mit einem weiteren Plus fort, auch wenn sich das Tempo zuletzt etwas verlangsamt hat.
Rückeroberung wichtiger Marken
Bemerkenswert ist, dass SAP mit dem aktuellen Kursniveau seinen 200-Tage-Durchschnitt wieder um 4,03 Prozent übertrifft. Für viele Marktteilnehmer gilt die Rückeroberung dieser langfristigen Trendlinie als technisches Signal dafür, dass sich die Stimmung rund um den Titel nachhaltig gedreht haben könnte. Der 50- und der 100-Tage-Durchschnitt liegen inzwischen deutlich unter dem aktuellen Kurs, was die Dynamik der jüngsten Wochen unterstreicht.
Dass die Erholung so breit ausfällt, dürfte auch mit der vorangegangenen Kurskorrektur zusammenhängen. SAP hatte im Jahresverlauf spürbar an Wert verloren, bevor die Gegenbewegung seit dem Sommer einsetzte. Wer die Aktie erst in den vergangenen Wochen ins Depot genommen hat, sitzt bereits auf ansehnlichen Buchgewinnen – wer sie länger hält, wartet dagegen noch auf eine vollständige Erholung der Verluste aus der ersten Jahreshälfte.
Was die Bewegung für Anleger bedeutet
Für Investoren stellt sich nun die Frage, ob der Anstieg fundamental unterfüttert ist oder primär eine technische Gegenbewegung nach überverkauften Ständen darstellt. Automatisierte Marktindikatoren deuten inzwischen auf eine sehr angespannte kurzfristige Lage hin, was die Wahrscheinlichkeit einer Verschnaufpause erhöht.
Charttechnisch orientierte Marktteilnehmer dürften die kommenden Handelstage genau beobachten, um zu sehen, ob sich die Aktie auf dem erreichten Niveau stabilisieren kann oder ob nach der kräftigen Rallye zunächst Gewinnmitnahmen einsetzen.
Fundamentale Nachrichten aus dem Unternehmen selbst spielten in der jüngsten Kursbewegung eine untergeordnete Rolle – der Anstieg speiste sich vor allem aus der reinen Handelsdynamik der vergangenen zwei Wochen. Ob sich daraus ein tragfähiger, längerfristiger Trend entwickelt, wird sich erst zeigen, wenn neue Unternehmensnachrichten oder Branchenimpulse hinzukommen.
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