Starke Zahlen, eine neue KI-Vision und ein massiver Kursverlust. Bei SAP klaffen operative Entwicklung und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Softwareriese treibt seinen Umbau radikal voran. Die Folge: Anleger reagieren skeptisch.
Cloud-Zwang durch autonome Prozesse
Auf der Hausmesse Sapphire in Orlando präsentierte das Management das Konzept des autonomen Unternehmens. Das Ziel: Mensch und künstliche Intelligenz sollen Geschäftsprozesse künftig gemeinsam steuern. Dafür bündelt SAP seine Daten- und Cloud-Plattformen in einem neuen Angebot. Parallel dazu vertieft der Konzern Partnerschaften mit Tech-Größen wie Nvidia, Microsoft und Anthropic.
Sämtliche neuen KI-Funktionen bleiben exklusiv den Cloud-Kunden vorbehalten. Damit erhöht SAP den Druck auf zögerliche Nutzer alter On-Premise-Lösungen. Diese müssen migrieren, bevor Ende 2027 der reguläre Support ausläuft. Ein neuer KI-Assistent soll beispielsweise den Finanzabschluss von Wochen auf Tage verkürzen.
Zukäufe formen das Fundament
Um die Technologiebasis zu stärken, kauft SAP massiv zu. Die Übernahme des Daten-Spezialisten Reltio ist bereits abgeschlossen. Für Prior Labs liegt eine verbindliche Vereinbarung vor. In diesen Entwickler von KI-Modellen plant SAP eine Investition von einer Milliarde Euro über vier Jahre.
Zusätzlich soll im dritten Quartal 2026 der Kauf von Dremio folgen. Das Unternehmen baut große Datenstrukturen für Geschäftskunden auf.
Rekordzahlen treffen auf Börsenskepsis
Operativ liefert SAP solide Ergebnisse. Im ersten Quartal stiegen die Cloud-Erlöse währungsbereinigt um 27 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand rund 26 Milliarden Euro Cloud-Umsatz an. Hinzu kommt ein erwarteter freier Cashflow von zehn Milliarden Euro.
Die Börse strafte die Aktie dennoch ab. Am Mittwoch markierte das Papier bei 137,62 Euro ein neues Jahrestief. Seit Januar summiert sich der Verlust auf fast 28 Prozent. Zum Wochenende schloss die Aktie leicht erholt bei 145,84 Euro.
Ein Grund für den Verkaufsdruck: Das Management rechnet für das zweite Quartal mit einem schwächeren Cloud-Wachstum. Einmalige Effekte hatten das erste Jahresviertel zuvor positiv verzerrt.
Nächste Wegmarken für Anleger
Am 3. Juni tritt CEO Christian Klein bei einer Investorenkonferenz in Paris auf. Dort muss er die neue Strategie vor internationalen Anlegern verteidigen. Analysten achten nun besonders auf den planmäßigen Abschluss der Prior-Labs-Übernahme. Die nächsten harten Fakten zur operativen Entwicklung liefert SAP mit dem Quartalsbericht im Sommer.
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