SAP kauft weiter kräftig eigene Aktien zurück. In einer Pflichtmitteilung meldete der Konzern, im Zeitraum vom 27. bis 31. Juli insgesamt 2.184.430 eigene Aktien erworben zu haben – zu einem Durchschnittskurs von 157,62 Euro. Das entspricht einem Gesamtvolumen von rund 344,3 Millionen Euro. Für Anleger ist das ein Signal: Das Management sieht die eigene Aktie trotz der schwierigen Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate als attraktiv bewertet an.
Kartellamt entlastet das Sentiment
Zusätzlichen Rückenwind lieferte am Montag das Bundeskartellamt. Die Wettbewerbsbehörde stellte ihre Voruntersuchung gegen SAP ein, die unter anderem durch Beschwerden des Konkurrenten Celonis wegen angeblicher Behinderung von Datenexporten ausgelöst worden war. Die Behörde fand keine hinreichenden Anzeichen für einen Marktmachtmissbrauch. Für SAP fällt damit ein regulatorisches Risiko weg, das über Monaten wie ein Damoklesschwert über dem Softwarekonzern schwebte.
Cloud-Wachstum mit Schönheitsfehler
Der eigentliche fundamentale Anker bleibt aber der Geschäftsbericht zum zweiten Quartal, den SAP vor knapp zwei Wochen vorlegte. Der Cloud-Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro, währungsbereinigt sogar um 24 Prozent. Noch bemerkenswerter ist der „Current Cloud Backlog“, also der gesicherte Auftragsbestand für die kommenden zwölf Monate: Er erreichte mit 22,9 Milliarden Euro einen Rekordwert und wuchs um 27 Prozent. Das unterstreicht, wie stabil die Nachfrage nach SAP-Cloud-Produkten trotz eines schwierigen Konjunkturumfelds bleibt.
Ein Wermutstropfen begleitete die Zahlen jedoch: SAP senkte die Prognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 leicht auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro, nach zuvor 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro. Grund sind Verwässerungseffekte durch die Übernahmen des Datenintegrations-Spezialisten Dremio und des deutschen KI-Startups Prior Labs, die SAP am 27. Juli abschloss. Die Zukäufe sollen die „SAP Business Data Cloud“ sowie die eigene KI-Modellforschung stärken, belasten kurzfristig aber die Marge.
Insider und Analysten zuversichtlich
Vorstandschef Christian Klein zeigte sich von der Kursschwäche unbeeindruckt und griff selbst zu: Ende Juli erwarb er SAP-Aktien im Gesamtwert von 325.219 Euro zu einem Durchschnittskurs von 133,60 Euro. Solche Insiderkäufe gelten als Vertrauenssignal in die eigene Strategie.
Auch von der Analystenseite kamen zuletzt positive Signale. Jefferies bestätigte Ende Juli die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 210 Euro und verwies auf das starke Auftragsgeschäft. Die DZ Bank sah am Montag nach dem Überschreiten des damaligen 200-Tage-Durchschnitts bei 168,00 Euro technisches Erholungspotenzial für die Aktie bis auf 190,98 Euro.
Kurs zeigt Erholung, Warnsignale bleiben
Der Kurs bewegt sich aktuell bei 170,08 Euro und legt am Mittwoch um 0,76 Prozent zu. Damit notiert die Aktie knapp unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 173,72 Euro, ein Abstand von 2,09 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 70,4 und signalisiert damit eine kurzfristig überkaufte Situation – ein Warnsignal für Anleger, die auf eine ungebremste Fortsetzung der jüngsten Erholung setzen.
Die Kombination aus wegfallendem Kartellrisiko, laufenden Rückkäufen und robustem Cloud-Wachstum stützt die mittelfristige Story. Ob sich der positive Trend fortsetzt, dürfte sich spätestens am 21. Oktober zeigen, wenn SAP die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt.
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