Santander hat ein Ausnahmejahr hinter sich. Während die spanische Großbank für 2025 historische Milliardengewinne ausweist und die Vergütungen für Top-Manager kräftig aufstockt, spüren Kunden in Großbritannien die Kehrseite der Medaille. Das Institut reagiert mit Filialschließungen und Zinserhöhungen auf den digitalen Wandel und ein volatiles Marktumfeld.
Millionen-Boni nach Rekordjahr
Ein Nettogewinn von 14,101 Milliarden Euro markiert für das Geschäftsjahr 2025 einen neuen Bestwert und eine Steigerung von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders das Corporate & Investment Banking erwies sich als Ertragsperle. Dieser Erfolg schlägt sich unmittelbar in der Gehaltsstruktur nieder: Die Zahl der Top-Manager mit einer Gesamtvergütung von über einer Million Euro stieg sprunghaft von 318 auf 458 Personen an.
Die Verteilung der Millionen-Pakete verdeutlicht die Gehaltsdimensionen in der Führungsetage:
– 224 Personen: 1,0 bis 1,5 Mio. Euro
– 96 Personen: 1,5 bis 2,0 Mio. Euro
– 112 Personen: 2,0 bis 5,0 Mio. Euro
– 23 Personen: 5,0 bis 10,0 Mio. Euro
– 3 Personen: Über 11 Mio. Euro
Geografisch konzentrieren sich diese Spitzenverdiener vor allem auf die USA (38 Prozent) und Großbritannien (15 Prozent). Insgesamt schüttete die Bank an den erweiterten Kreis ihrer 1.336 Top-Professionals eine Vergütungssumme von 1,27 Milliarden Euro aus.
Radikaler Umbau in Großbritannien
Parallel zum globalen Erfolg verschärft Santander den Sparkurs im britischen Privatkundengeschäft. Im April und Mai sollen 40 Filialen im Vereinigten Königreich schließen, wodurch knapp 300 Arbeitsplätze zur Disposition stehen. Die Bank begründet diesen Schritt mit dem rasanten Wandel des Kundenverhaltens: Mittlerweile werden 96 Prozent aller Transaktionen digital abgewickelt. Um die Versorgung in der Fläche zu gewährleisten, sollen künftig mobile Berater in lokalen Hubs und Geschäften zum Einsatz kommen.
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Gleichzeitig müssen sich Kreditnehmer auf höhere Kosten einstellen. Santander UK hob die Hypothekenzinsen für Neugeschäfte um bis zu 0,24 Prozentpunkte an. Marktbeobachter führen dies auf steigende Swap-Sätze zurück, die durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten und schwindende Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Bank of England beeinflusst werden.
Einordnung der Marktlage
An der Börse zeigt sich ein gemischtes Bild. Mit einem aktuellen Kurs von 9,51 Euro liegt die Aktie seit Jahresbeginn zwar rund sieben Prozent im Minus, konnte auf Sicht von zwölf Monaten jedoch ein deutliches Plus von über 50 Prozent verbuchen. Der Titel stabilisiert sich derzeit oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 8,97 Euro, was den langfristigen Aufwärtstrend trotz der kurzfristigen Volatilität untermauert.
Die Strategie der Bank bleibt zweigeteilt: Während Rekordgewinne die Boni im Investmentbanking treiben, zwingt der Margendruck im Privatkundengeschäft zu harten Einschnitten. Die angekündigten Filialschließungen markieren dabei nur den nächsten Schritt einer konsequenten Digitaloffensive, um die operative Effizienz in einem schwierigen Zinsumfeld zu sichern.
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