Inversora Oquendo hat heute Santander-Aktien für 3.108.000 Euro gekauft. Die Vermögensgesellschaft von Felipe Morenés Botín erwarb 300.000 Anteile. Damit steht dem Verkaufsdruck nach den Geschäftszahlen ein konkreter Aktienkauf gegenüber – allerdings kein Erwerb durch Santander selbst.
Wie Europa Press unter Berufung auf eine Mitteilung an die spanische Wertpapieraufsicht CNMV berichtet, ist die Transaktion der Gesellschaft von Felipe Morenés Botín zuzuordnen. Er ist der Sohn von Ana Botín. Diese Zuordnung ist für Anleger wichtig: Käuferin ist die Vermögensgesellschaft, nicht Ana Botín persönlich.
Kauf während anhaltender Kursschwäche
Oquendo führte den Erwerb in sieben Transaktionen aus. Der durchschnittliche Ausführungspreis betrug 10,36 Euro je Aktie. Die Käufe fallen damit in eine Phase, in der Santander nach der Ergebnisvorlage unter Druck steht.
Ein solcher Erwerb dokumentiert eine konkrete Investitionsentscheidung. Er liefert aber weder eine Begründung für die Bewertung der Bank noch eine Zusage weiterer Käufe. Aus der gemeldeten Transaktion allein lässt sich deshalb keine operative Trendwende ableiten.
Die Santander-Aktie verliert heute -4,3%; der Kauf hat den Verkaufsdruck somit bislang nicht beendet. Zugleich fällt der Handel auf den Ex-Dividenden-Tag. Die Tagesbewegung ist deshalb nicht ausschließlich als Reaktion auf die Geschäftsentwicklung zu lesen.
Privater Erwerb und Rückkauf bleiben getrennt
Parallel zum Kauf durch Oquendo hat Santander gestern den Abschluss seines eigenen Aktienrückkaufprogramms gemeldet. Die Bank erwarb dabei 150.595.100 eigene Aktien für insgesamt 1,825 Milliarden Euro. Das entspricht rund 1,03 Prozent des Aktienkapitals.
Beide Vorgänge unterscheiden sich wesentlich. Oquendo baut einen Aktienbestand auf. Santander will die selbst zurückgekauften Anteile dagegen in Kürze einziehen und dadurch das Kapital herabsetzen. Als Zweck nennt die Bank eine Erhöhung des Gewinns je Aktie.
Die Einziehung ist damit noch ein ausstehender Schritt. Abgeschlossen ist der Erwerb der eigenen Aktien, nicht bereits die angekündigte Kapitalherabsetzung. Für die Beurteilung der Kapitalmaßnahmen bleibt diese Trennung entscheidend.
Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Vorgänge nebeneinander: ein Aktienkauf durch eine Vermögensgesellschaft und die geplante Verringerung der Aktienzahl durch Santander. Der Oquendo-Erwerb ist ein Gegenakzent zur Kursschwäche, aber kein Beleg dafür, dass die Belastungen aus dem Geschäft bereits überwunden sind. Seine Aussagekraft liegt zunächst im tatsächlich eingesetzten Kapital.
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