Sanofi und Regeneron weiten ihre langjährige Partnerschaft im Bereich der Immunologie mit einem Abkommen über bis zu acht Milliarden Dollar deutlich aus. Die beiden Konzerne wollen damit neue Antikörper entwickeln und an den Erfolg ihres gemeinsamen Kassenschlagers Dupixent anknüpfen. Am Markt stieß der Schritt auf Zuspruch: Die Sanofi-Aktie legte heute um 1,64 Prozent zu, während die Papiere von Regeneron um 1,03 Prozent stiegen.
Milliarden für neue Wirkstoffe
Sanofi überweist für die Vertiefung der Kooperation eine Vorabzahlung von einer Milliarde Dollar an den US-Partner. Abhängig von konkreten Entwicklungs-, Zulassungs- und Vermarktungszielen können spätere Meilensteinzahlungen von bis zu sieben Milliarden Dollar fällig werden. Künftige Gewinne aus der Entwicklung teilen die Partner weltweit hälftig auf.
Regeneron übernimmt bei den neuen Projekten die Leitung der Forschung und Entwicklung. Sanofi steuert im Gegenzug die weltweiten Vermarktungsaktivitäten. Ein wichtiger Nebeneffekt für die Zusammenarbeit: Beide Konzerne legten mit dem Vertrag frühere Rechtsstreitigkeiten rund um ihre Allianz bei.
Vier Wirkstoffe ergänzen die Pipeline
Das Fundament der Verbindung reicht weit zurück. Seit 2003 arbeiten beide Häuser zusammen und brachten unter anderem Dupixent hervor, das inzwischen von mehr als 1,5 Millionen Patienten in neun Anwendungsgebieten genutzt wird. Die bestehende Vereinbarung zur Gewinnverteilung bei Dupixent bleibt von dem neuen Schritt unberührt.
In das erweiterte Portfolio wandern vier Wirkstoffkandidaten aus der Entwicklung von Regeneron. Der am weitesten fortgeschrittene Antikörper REGN20423 befindet sich in einer frühen klinischen Prüfung gegen Neurodermitis. Drei weitere Antikörper sollen im Jahr 2027 in die ersten Studien am Menschen starten.
Regeneron sicherte sich im Gegenzug eine Zugriffsoption auf Sanofis Wirkstoff Lunsekimig gegen chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, sobald dessen entscheidende Phase-3-Tests beendet sind. Sanofi stärkt mit dem Milliardenschritt seine Entwicklungspipeline, während Regeneron die finanziellen Lasten der späten Studienphasen auf zwei Schultern verteilt.
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