Morgan Stanley hat das Kursziel für SanDisk am 27. April auf 1.100 Dollar angehoben — von zuvor 690 Dollar. Das ist kein routinemäßiger Schritt. Analyst Joseph Moore sieht den NAND-Preiszyklus noch lange nicht am Ende und modelliert Gewinne, die weit über dem Marktkonsens liegen.
Warum die Lücke zum Konsens so groß ist
Moore erwartet für das Kalenderjahr 2026 einen Gewinn je Aktie von 127,92 Dollar. Der Straßenkonsens liegt bei 77,55 Dollar — rund 65 Prozent darunter. Für 2027 beträgt der Abstand 42 Prozent: Morgan Stanley modelliert 149,68 Dollar, der Markt erwartet 105,03 Dollar.
Die Begründung ist strukturell. Drittanbieter-Prognosen zeigen für das Märzquartal einen Anstieg der NAND-Durchschnittspreise von rund 90 Prozent. Für Q2 2026 werden 70 bis 75 Prozent erwartet. SanDisk profitiert dabei überproportional — besonders im Client-SSD-Segment, wo das Unternehmen stärker aufgestellt ist als die meisten Wettbewerber.
Durabilität als Kernfrage
Moore räumt ein, dass die kurzfristige NAND-Stärke bereits eingepreist ist. Die eigentliche Debatte dreht sich um die Dauerhaftigkeit. Seine These: Solange die KI-Investitionen auf Höchstniveau bleiben, bleibt auch die Preissetzungsmacht erhalten.
Die Zahlen stützen das. Analysten rechnen für 2026 mit einem NAND-Nachfragewachstum von 20 bis 22 Prozent — dem steht ein Angebotswachstum von nur 15 bis 17 Prozent gegenüber. Mehrere Sell-Side-Häuser modellieren den Angebotsengpass bis 2028.
Nach einem Kursanstieg von 60 Prozent im vergangenen Monat erwartet Moore allerdings keine sofortige Fortsetzung. Der Kurs werde sich eher an der langfristigen Einschätzung orientieren als an kurzfristigen Quartalsdaten.
Was am 30. April zählt
In Q2 meldete SanDisk einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie von 6,20 Dollar — deutlich über dem Konsens von 3,54 Dollar. Der Umsatz von 3,03 Milliarden Dollar übertraf die Erwartungen von 2,67 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs sequenziell um 64 Prozent auf 440 Millionen Dollar und macht inzwischen rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus — vor einem Jahr war es noch 1 Prozent.
Für Q3 hat das Management einen Umsatz zwischen 4,4 und 4,8 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie soll zwischen 12 und 14 Dollar liegen. Morgan Stanley liegt mit 4,742 Milliarden Dollar Umsatz und 14,72 Dollar EPS jeweils über dieser Guidance.
Das Unternehmen hat außerdem signalisiert, dass der Markt in Q3 noch stärker unterversorgt sein wird als in Q2. Entscheidend am Mittwoch wird die Höhe der Folgequartal-Guidance sein — und ob das Management konkrete Aussagen zur Sichtbarkeit von Hyperscaler-Bestellungen macht. Hält die Bruttomarge über 65 Prozent und übertrifft die neue Guidance den aktuellen Konsens, dürfte das Ergebnis die gesamte Speicherbranche bewegen.
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