Sandisk hat mehr zu bieten als einen extremen Kurslauf. Hinter den starken Zahlen reift ein Technologieprojekt, das für die nächste Phase des KI-Booms wichtig werden könnte: High Bandwidth Flash, kurz HBF. Gemeinsam mit SK Hynix will Sandisk daraus einen Standard für KI-Inferenzsysteme machen.
Speicherlücke zwischen HBM und SSD
HBF soll eine neue Speicherschicht zwischen High Bandwidth Memory und klassischen SSDs schaffen. Der Hintergrund ist klar: KI-Inferenz braucht viel Kapazität nahe am Prozessor, darf aber bei Latenz und Bandbreite nicht in Richtung Massenspeicher abrutschen. Genau diese Lücke adressiert Sandisk.
Die Technologie basiert auf NAND-Flash und soll Bandbreite auf HBM-Niveau mit 8- bis 16-mal höherer Kapazität verbinden. Damit könnten große KI-Modelle näher an der GPU gehalten werden, statt Parameter ständig aus langsameren Speicherebenen nachzuladen.
Geplant ist ein Flash-Stack mit 16 Dies plus Basis-Die im HBM-ähnlichen Formfaktor, allerdings mit anderem Schnittstellenprotokoll. Erste HBF-Muster will Sandisk in der zweiten Jahreshälfte 2026 anbieten. Erste Inferenzgeräte mit HBF sollen Anfang 2027 in die Bemusterung gehen.
Standardisierung soll Tempo bringen
Sandisk und SK Hynix treiben HBF über einen eigenen Arbeitsstrang im Open Compute Project voran. Ziel sind technische Spezifikationen, die den Einsatz über CPU-, GPU- und Accelerator-Plattformen hinweg erleichtern. Das ist wichtig, weil Speicherinnovationen in Rechenzentren nur dann skalieren, wenn sie nicht als Insellösung enden.
Die Rollenverteilung wirkt logisch. SK Hynix bringt starke HBM-Kompetenz ein, Sandisk seine Erfahrung mit NAND-Flash und Produktisierung. Für Sandisk geht es damit nicht nur um mehr Speicherchips, sondern um eine Position in der Architektur künftiger KI-Systeme.
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Kurslauf trifft Bewertungsdebatte
Die Aktie schloss am Freitag bei 1.407,61 Dollar, lag auf Wochensicht aber 9,90 Prozent im Minus. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Plus von 411,41 Prozent, während ein RSI von 79,5 auf eine stark überhitzte technische Lage hindeutet.
Fundamental bleibt die Ausgangslage robust. Für das vierte Geschäftsquartal 2026 peilt das Management einen Umsatz von 7,75 bis 8,25 Milliarden Dollar an. Treiber sind KI-Infrastruktur, ein besserer Produktmix und höhere Preise.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie liegt der Zielkorridor bei 30 bis 33 Dollar. Der Vorstand rechnet damit, dass günstige Preis- und Nachfragetrends bis ins Kalenderjahr 2026 und darüber hinaus anhalten. Genau hier sitzt aber auch das Risiko: Die hohen Margen hängen stark am Datencenter-Mix und an der Preissetzungsmacht.
Bernstein erhöhte das Kursziel am 4. Mai von 1.250 auf 1.700 Dollar und verwies auf eine stärkere operative Entwicklung als erwartet. Kritischer sehen Marktteilnehmer die Zyklik: Eine Bruttomarge von 78,4 Prozent und ein Umsatzwachstum von 252 Prozent sind außergewöhnlich, könnten bei wachsendem Angebot aber schwer zu halten sein.
Der nächste konkrete Marker ist der HBF-Zeitplan: erste Muster in der zweiten Jahreshälfte 2026, erste Inferenzgeräte Anfang 2027. Bis dahin hängt der Kurs vor allem daran, wie lange KI-Nachfrage, Speicherknappheit und Preisstärke die hohen Erwartungen tragen.
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