Rekordquartal, Aktiensplit, angehobene Prognose: Sandisk lieferte am Donnerstag fast alles, was Anleger sich wünschen konnten. Trotzdem rutscht die Aktie heute zweistellig ab. Der Auslöser sitzt in Tokio.
Kioxia dämpft die Preisfantasie
Der Konkurrent Kioxia stellte für das laufende Quartal einen operativen Gewinn von rund zwei Billionen Yen in Aussicht. Analysten hatten mit 2,35 Billionen Yen gerechnet. Zudem deuten die Zahlen auf kaum noch steigende NAND-Preise gegenüber dem Vorquartal hin.
Im September-Quartal legte Kioxias durchschnittlicher Verkaufspreis noch im mittleren 20-Prozent-Bereich zu. Eine Quartal zuvor waren es rund 70 Prozent gewesen. Diese Verlangsamung weckt Sorgen, dass der Preiszyklus bei Speicherchips seinen Höhepunkt erreicht. Hinzu kommen eine schwache Intel-Prognose und generelle Zweifel am KI-Handel. Sandisk-Papiere verloren zeitweise mehr als 11 Prozent.
Starke Zahlen, hohe Messlatte
Dabei war das Quartal außergewöhnlich. Sandisk setzte 11,03 Milliarden Dollar um, 378 Prozent mehr als vor einem Jahr und 23 Prozent mehr als im Vorquartal. Das Unternehmen übertraf damit seine eigene, bereits angehobene Prognosespanne deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 49,51 Dollar.
Interessant ist die Zusammensetzung des Wachstums. Rund 60 Prozent des sequenziellen Umsatzplus stammen aus höheren Absatzmengen, etwa 40 Prozent aus besseren Preisen. Das Rechenzentrumsgeschäft sprang auf 4,80 Milliarden Dollar. Genau hier liegt die Verwundbarkeit: Flacht der Preisanstieg ab, fehlt ein wichtiger Wachstumstreiber.
Für das laufende Quartal peilt das Management 12,2 bis 12,6 Milliarden Dollar Umsatz an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 55 bis 57 Dollar liegen, gerechnet vor dem Split.
Der Split ändert nur die Optik
Sandisk plant einen Aktiensplit im Verhältnis 8:1. Nach Delaware-Recht ist dafür keine Aktionärsabstimmung nötig. Wer am Börsenschluss des 9. November im Register steht, erhält für jede Aktie sieben weitere. Die neuen Papiere werden am 19. November nach Börsenschluss ausgegeben, am 20. November soll der Handel auf Split-bereinigter Basis starten.
Der Wert einer Position bleibt unverändert, Stimmrechte und Beteiligungsquote ebenso. Das Unternehmen will die Aktie vor allem für Mitarbeiter zugänglicher machen, auch über den Aktienkaufplan. Bei einem Kurs von zuletzt gut 1.200 Dollar wäre ein Papier nach dem Split rechnerisch für etwa ein Achtel zu haben.
Analysten bleiben überwiegend optimistisch. Bernstein sieht bei „Buy“ ein Kursziel von 3.000 Dollar. Ob die Kioxia-Zahlen daran etwas ändern, zeigen die Studien der kommenden Tage. Der Split am 20. November ändert an der Bewertung nichts, rückt die Aktie aber optisch in ein anderes Preisband.
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