Startseite » Aktien » SanDisk: 11,12% Minus nach südkoreanischer Steuerdebatte

SanDisk: 11,12% Minus nach südkoreanischer Steuerdebatte

Ein politischer Vorstoß aus Südkorea lässt SanDisk-Aktien einbrechen, während Spekulationen über einen Aktiensplit zunehmen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrutsch nach Steuerdebatte
  • Spekulationen über Aktiensplit
  • Starke operative Geschäfte
  • Langfristige Verträge gesichert

Ein einziger Facebook-Post aus Südkorea reicht aus, um den globalen Speichermarkt ins Wanken zu bringen. Nach einer beispiellosen Rallye erlebten US-Halbleiterwerte am Dienstag einen massiven Ausverkauf. Bei SanDisk klaffen fundamentale Stärke und politische Anfälligkeit plötzlich weit auseinander.

Politische Debatte drückt die Kurse

Auslöser des Kursrutsches war ein Vorstoß von Kim Yong-beom. Der Chef des südkoreanischen Präsidialamts für Politik schlug vor, die massiven KI-Gewinne von Branchengrößen wie Samsung und SK Hynix direkt an die Bürger umzuverteilen. SanDisk verlor daraufhin 11,12 Prozent an Wert. Auch Konkurrenten wie Micron und Western Digital verbuchten zweistellige oder hohe einstellige Verluste.

Später ruderte Kim teilweise zurück. Er habe lediglich überschüssige Steuereinnahmen aus dem KI-Boom gemeint, keine neue Sondersteuer auf Unternehmensgewinne. Im südkoreanischen Parlament sorgt der Vorschlag indes für heftigen Widerstand. Oppositionspolitiker fordern bereits die Entlassung des Beamten. Die Episode zeigt eindrucksvoll, wie nervös der Markt auf mögliche Eingriffe in die lukrative KI-Wertschöpfungskette reagiert.

Spekulationen um einen Aktiensplit

Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert die SanDisk-Aktie weiterhin auf einem extrem hohen Niveau. Am Dienstag ging das Papier bei rund 1.452 US-Dollar aus dem Handel. Seit Jahresbeginn steht damit ein massives Plus von über 427 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zur 50-Tage-Linie beträgt stolze 66 Prozent.

Angesichts dieser optisch teuren Bewertung intensivieren sich die Marktgespräche über einen möglichen Aktiensplit. Beobachter halten eine Aufteilung im Verhältnis 10-zu-1 für ein realistisches Szenario. Ein solcher Schritt würde den rechnerischen Preis auf rund 150 US-Dollar drücken. Das senkt die Einstiegshürden für Privatanleger und erhöht die Liquidität der Aktie, ohne die Marktkapitalisierung zu verändern. Offiziell angekündigt ist eine solche Kapitalmaßnahme allerdings nicht.

Volle Auftragsbücher sichern das Geschäft

Abseits der politischen Störgeräusche bleibt das operative Fundament intakt. Im abgelaufenen Quartal meldete SanDisk einen bereinigten Gewinn von 23,41 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahr stand hier noch ein Verlust in den Büchern. Analysten von Bernstein Research hoben ihr Kursziel kürzlich auf 1.700 US-Dollar an und verwiesen auf die anhaltende Preissetzungsmacht.

Der globale Speichermangel treibt die Kunden in langfristige Bindungen. Allein im letzten Quartal sicherte sich das Unternehmen drei mehrjährige Verträge mit einem garantierten Mindestumsatz von 42 Milliarden US-Dollar. Zwei weitere Großabschlüsse folgten im laufenden Jahresviertel. Da diese Kontrakte variable Preisklauseln enthalten, profitiert SanDisk in den kommenden Monaten direkt von weiter steigenden Chip-Preisen.

Diskussion zu SANDISK

SANDISK Chart