Salesforce treibt seine KI-Strategie mit Hochdruck voran, doch an der Börse sorgt das aktuell eher für Unruhe als für Rückenwind. Nach der Einführung eines deutlich aufgerüsteten Slackbots dominieren Zweifel, wie schnell sich diese Investitionen tatsächlich im Umsatz niederschlagen. Im Hintergrund steht eine umfassende Neubewertung des gesamten Software-Sektors mit Blick auf künstliche Intelligenz.
Neuer Slackbot als Baustein der KI-Strategie
Am Dienstag hat Salesforce die überarbeitete Version seines Slackbots offiziell für Business+- und Enterprise+-Kunden freigeschaltet. Das Tool ist ein zentrales Element der Vision vom „Agentic Enterprise“: autonome KI-Agenten sollen quer durch die Produktpalette Arbeitsabläufe automatisieren und die Produktivität steigern.
Der neue Slackbot soll tief in Slack integriert arbeiten, Informationen finden, Konversationen zusammenfassen und Routineaufgaben automatisiert erledigen – ohne dass Nutzer die Anwendung wechseln müssen. Für Salesforce ist das mehr als nur ein Featureset: Der Konzern will zeigen, dass KI im täglichen Arbeitsablauf konkret Mehrwert bringt.
An der Börse ging diese Produktbotschaft jedoch unter. Die Aktie verlor am Dienstag rund 7 Prozent und war damit der schwächste Wert im Dow Jones. Damit reiht sich Salesforce in eine breitere Schwächephase von Softwarewerten ein, die durch Skepsis gegenüber der kurzfristigen Monetarisierung von KI-Funktionen geprägt ist.
Gestern schloss die Aktie bei 241,06 US‑Dollar und liegt damit deutlich unter ihrem 12‑Monats-Hoch, aber noch klar über dem jüngsten Tief – ein Zeichen, dass der Titel zwar unter Druck steht, aber keineswegs kollabiert ist.
Sektor unter KI-Prüfstand
Der Gegenwind für Salesforce ist Teil einer größeren Bewegung im Enterprise-Software-Markt. Viele Anbieter investieren zweistellige Milliardenbeträge in KI-Funktionen, doch Anleger achten zunehmend darauf, wie schnell daraus wiederkehrende Erlöse entstehen.
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Ein zentrales Thema ist dabei das sogenannte „Seat-Count-Paradox“: Wenn KI-Tools Prozesse effizienter machen, könnten Unternehmen weniger Software-Lizenzen („Seats“) benötigen. Diese Sorge belastet Bewertungen, obwohl KI gleichzeitig neue Nutzungsszenarien eröffnet.
Gleichzeitig meldet Salesforce im KI-Kerngeschäft Fortschritte. Das Unternehmen spricht von starkem Zuspruch für seine AI-Produkte und hebt insbesondere das Wachstum der Agentforce-Annual-Recurring-Revenue (ARR) hervor, das sich laut Management sehr dynamisch entwickelt. Das deutet auf robuste Nachfrage hin – steht aber im Kontrast zum aktuellen Fokus des Marktes auf kurzfristige Kennzahlen wie Wachstumsraten im Kerngeschäft und Margen.
Kurz zusammengefasst:
- Neuer, deutlich erweiterter Slackbot als Herzstück der KI-Vision „Agentic Enterprise“
- Kursrückgang im Zuge eines breiten Abverkaufs von Softwarewerten
- Investoren sorgen sich um Tempo und Umfang der KI-Monetarisierung
- Salesforce verweist auf stark steigende wiederkehrende KI-Erlöse (Agentforce-ARR)
Blick nach vorn: Beweislast liegt bei den Zahlen
In den kommenden Monaten wird entscheidend sein, ob Salesforce mit Produkten wie dem neuen Slackbot zeigen kann, dass KI nicht nur beeindruckt, sondern messbar Umsatz und Wachstum nach oben zieht. Konkret geht es darum, ob sich die hohe Nutzung der neuen Tools in einer spürbaren Beschleunigung des Konzernumsatzes niederschlägt.
Der nächste harte Test steht mit der Vorlage der Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 an. Dann wird sich zeigen, ob die gemeldete Dynamik bei Agentforce-ARR und KI-Adoption ausreicht, um die aktuelle Skepsis gegenüber kurzfristigen Erträgen zu relativieren. Bis dahin dürfte der Kurs vor allem von der allgemeinen Stimmung im Technologiesektor und von weiteren Details zur Nutzung und Monetarisierung der KI-Plattform geprägt werden.
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