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Salesforce Aktie: Sektor im freien Fall

Anthropics KI-Modell Claude Mythos löst Branchenverkauf aus und stellt das SaaS-Geschäftsmodell infrage, obwohl Salesforce starke Quartalszahlen vorlegt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • KI-Entwicklung von Anthropic löst Sektorverkauf aus
  • Salesforce meldet starkes Umsatz- und Gewinnwachstum
  • Aktie notiert auf Mehrjahrestief trotz guter Zahlen
  • Analysten halten an Kaufempfehlungen fest

Der Auslöser kam von einem Konkurrenten — und traf Salesforce trotzdem hart. Anthropics KI-Modell „Claude Mythos“ versetzte die gesamte Enterprise-Software-Branche in Aufruhr und schickte die Aktie auf den tiefsten Stand seit Anfang 2023. Dabei liefert das Unternehmen operativ starke Zahlen.

Anthropic als Brandbeschleuniger

Am Donnerstag, dem 9. April, teilte Anthropic mit, sein neues KI-Modell vorerst nur rund 40 ausgewählten Unternehmen — darunter Microsoft und Google — zugänglich zu machen. Grund: Das Modell hatte bereits Tausende Sicherheitslücken identifiziert, unter anderem in allen gängigen Betriebssystemen und Browsern. Die Nachricht löste einen breiten Ausverkauf im Softwaresektor aus. Salesforce, Workday, Adobe, Atlassian und Intuit verloren zwischen 3,7 und 6,8 Prozent an einem einzigen Tag.

Am Freitag folgte der nächste Dämpfer: Meta stellte ein neues KI-Modell vor, Anthropic lancierte seine „Claude Managed Agents“ — autonome Systeme, die komplexe Geschäftsprozesse eigenständig übernehmen können. Genau das ist der Kern der Sorge: Wenn KI-Agenten Aufgaben erledigen, für die Unternehmen bisher Salesforce-Lizenzen benötigten, gerät das gesamte SaaS-Preismodell unter Druck.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Das Paradoxe an der Lage: Salesforces eigene Geschäftszahlen sind robust. Im jüngsten Quartal stieg der Umsatz um 12,1 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 3,81 Dollar — deutlich über der Konsenserwartung von 3,05 Dollar. Die KI-Plattform Agentforce erzielte einen wiederkehrenden Jahresumsatz von 800 Millionen Dollar, ein Plus von 169 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Unternehmen Erlöse zwischen 45,8 und 46,2 Milliarden Dollar.

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Trotzdem steht die Aktie seit Jahresbeginn rund 35 Prozent im Minus und notiert damit auf einem Mehrjahrestief. Der breite iShares Tech-Software-ETF (IGV) hat seit seinem jüngsten Hoch ebenfalls mehr als 35 Prozent verloren — die Neubewertung betrifft die gesamte Branche.

Analysten bleiben zuversichtlich

An der Wall Street hat die Verkaufswelle bislang keine Kehrtwende in den Einschätzungen ausgelöst. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 273,85 Dollar, 38 von 39 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Die Lücke zwischen dieser Einschätzung und dem aktuellen Kursniveau von rund 140 Euro spiegelt wider, wie tief das Misstrauen gegenüber dem SaaS-Modell derzeit sitzt.

Ob sich diese Stimmung dreht, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie Salesforce im zweiten Halbjahr 2027 die angekündigte Umsatzbeschleunigung liefert — und ob Agentforce bis dahin als Antwort auf die KI-Disruption überzeugt.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.