Salesforce startet mit einer ambitionierten KI-Offensive ins neue Jahr. Neue Produkte, starke Zahlen aus dem Weihnachtsgeschäft und zusätzliche ESG-Initiativen sollen das Profil des Softwarekonzerns schärfen. An der Börse überwiegt jedoch weiterhin die Zurückhaltung – das Papier gab am Freitag um 1,81 % auf 260,48 US‑Dollar nach.
- Neues Spring ’26 Release mit Fokus auf „Agentic Enterprise“
- KI-Agenten treiben 20 % des weltweiten Online-Einzelhandelsumsatzes im Weihnachtsgeschäft
- Wachstum verlangsamt sich auf 8,7 % in den ersten neun Monaten des GJ 2026
- Aktie rund 18–20 % unter dem Vorjahresniveau, Bewertung unter Branchenschnitt
Neue KI-Werkzeuge und belastbare Daten
Am Freitag stellte Salesforce offiziell das Spring ’26 Release vor, das ab 23. Februar allgemein verfügbar sein soll. Im Zentrum steht das Konzept des „Agentic Enterprise“: KI-gestützte Systeme sollen nicht mehr nur unterstützen, sondern komplexe Kundeninteraktionen eigenständig abwickeln und Prozesse über Vertrieb, Service und Daten hinweg verbinden.
Kernbausteine sind:
– ein KI-basierter Sales Workspace, der Vertriebsaktivitäten bündeln und priorisieren soll,
– Proactive Service-Funktionen, die Kundenanliegen automatisiert erkennen und bearbeiten.
Parallel veröffentlichte Salesforce den 2025 Holiday Shopping Report und lieferte damit konkrete Nachweise für die Wirksamkeit der eigenen KI-Plattform. Demnach erreichten die weltweiten Online-Umsätze im Weihnachtsgeschäft ein Rekordniveau von 1,29 Billionen US‑Dollar, ein Plus von 7 % im Jahresvergleich.
Für die Investmentstory besonders relevant:
KI-Agenten waren für 20 % aller Einzelhandelsumsätze verantwortlich, also für rund 262 Milliarden US‑Dollar. Laut Report lag die Conversion Rate von über KI-Suchkanäle vermittelten Käufern neunmal höher als bei Kunden, die über soziale Medien kamen. Damit untermauert Salesforce die Verkaufsargumentation gegenüber Unternehmenskunden, dass die KI-Funktionen nicht nur Effizienz bringen, sondern direkt auf den Umsatz einzahlen können.
Am Samstag schärfte Salesforce zudem sein ESG-Profil. Das Unternehmen schloss mit Milkywire Vereinbarungen über den Erwerb von mehr als 12.500 Tonnen CO₂-Entfernungszertifikaten. Finanzielle Auswirkungen stehen hier klar im Hintergrund, im Fokus steht die langfristige Nachhaltigkeitsstrategie.
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Wachstum bremst, Bewertung federt ab
Die verhaltene Kursreaktion auf die Neuigkeiten spiegelt einen Konflikt wider, der die Aktie bereits seit Monaten begleitet. Trotz operativer Fortschritte hat der Titel den Technologiesektor im vergangenen Jahr klar untertroffen und in den letzten zwölf Monaten rund 18–20 % verloren.
Operativ zeigt sich eine Abkühlung beim Wachstum:
Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 nur noch um 8,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach Jahren zweistelliger Zuwächse signalisiert dies eine deutliche Verlangsamung. Viele Investoren warten offenbar darauf, dass sich die KI-Initiativen messbar in einer Beschleunigung des Umsatzwachstums niederschlagen, bevor sie der Story wieder mehr zutrauen.
Auf der Bewertungsseite ergibt sich ein anderes Bild. Die Aktie wird derzeit mit einem vorausschauenden KGV von etwa 20 gehandelt und liegt damit unter dem Branchendurchschnitt und unter vielen großen Softwarekonkurrenten. Das deutet darauf hin, dass ein Teil der Wachstumsenttäuschung bereits eingepreist sein könnte, während Profitabilität und Cashflow eine gewisse Untergrenze für die Bewertung bilden.
Ausblick: Umsetzung entscheidet
In den kommenden Wochen rückt die Umsetzung des Spring ’26 Release in den Vordergrund. Mit dem Start der breiten Verfügbarkeit ab dem 23. Februar wird sich zeigen, in welchem Umfang Kunden die neuen „Agentic“-Funktionen annehmen und ob sich daraus spürbare Impulse für die Subscription-Umsätze ergeben oder ob sie vor allem die bestehende Kundenbasis stabilisieren.
Analysten beobachten insbesondere, ob sich die im Weihnachtsgeschäft gemessenen hohen Conversion Rates auch in einer breiteren Nutzung der Premium-KI-Stufen durch Unternehmenskunden widerspiegeln. Für die Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, ob Salesforce in den kommenden Quartalen die Wachstumsdynamik im Kerngeschäft wieder steigern kann und sich das Narrativ der „Agentic Enterprise“-Plattform konkret in Abschlussquoten und angehobener Prognose niederschlägt – davon hängt letztlich auch ab, ob die Aktie nachhaltig über die Marke von 270 US‑Dollar zurückkehren kann.
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