Salesforce spürt, wie sich die Stimmung im Software-Sektor dreht. Neue „agentische KI“-Werkzeuge von Start-ups wecken bei Investoren die Sorge, dass klassische SaaS-Funktionen an Bedeutung verlieren könnten. Genau dieses Wettbewerbsnarrativ drückt seit Wochen auf die Branche – und trifft auch den CRM-Riesen.
In den letzten 30 Tagen ging es für die Aktie deutlich abwärts; heute markiert sie mit 189,55 US-Dollar sogar ihr 52‑Wochen‑Tief.
Warum der Markt nervös ist
Hinter dem Kursdruck steckt weniger ein einzelnes Unternehmensereignis, sondern ein Branchen-Thema: Tools von KI-Anbietern wie Anthropic nähren die Befürchtung, dass Teile traditioneller Unternehmenssoftware künftig durch autonome KI-Agenten ersetzt oder zumindest stark vereinfacht werden. Das führt zu einer Neubewertung etablierter SaaS-Modelle – und macht Wachstums- und Umsatzprognosen anfälliger für Zweifel.
Für Salesforce kommt hinzu: Wenn Unternehmen KI-Agenten schneller und breiter ausrollen, verschiebt sich die Frage von „Welche Software kaufen wir?“ hin zu „Welche Plattform steuert, integriert und kontrolliert diese Agenten?“.
„Shadow AI“ als neues Problemfeld
Passend zu dieser Debatte hat Salesforce in seinem 11. Connectivity Benchmark Report auf ein operatives Risiko hingewiesen: die unkoordinierte Nutzung von KI-Agenten in Unternehmen. Basis sind Antworten von 1.050 IT-Führungskräften.
Kernpunkt: Viele Firmen setzen KI-Agenten ein, aber oft ohne zentrale Steuerung. Laut Report laufen rund die Hälfte der heute verwendeten KI-Agenten isoliert nebeneinander – IT-Verantwortliche sprechen von „Shadow AI“.
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Was daran problematisch ist:
- Governance-Risiken: Wenn Agenten „am IT-Radar vorbei“ arbeiten, wird Kontrolle schwieriger.
- Fragmentierte Abläufe: Isolierte Agenten können Workflows doppeln oder sich gegenseitig ausbremsen.
- Ineffizienz statt Produktivität: Ohne Koordination verpufft der Automatisierungs-Effekt.
Salesforce positioniert sich damit klar: In einer „agentischen“ Unternehmenswelt soll es nicht nur um KI gehen, sondern um Orchestrierung und Verbindung zwischen Mensch, Daten und Agenten.
Analysten bleiben positiv – mit ersten Anpassungen
Trotz des Kursrutschs ist der Grundton an der Wall Street laut Quelle weiterhin freundlich: Anfang Februar lautete das Konsensrating „Strong Buy“. Gleichzeitig gibt es Anzeichen für ein vorsichtigeres Nachjustieren. So hielt Piper Sandler am 3. Februar 2026 zwar an „Overweight“ fest, senkte aber das Kursziel.
Das passt ins Bild: Viele sehen langfristig Potenzial, aber die Bewertungs- und Wettbewerbsfragen rund um KI sorgen kurzfristig für weniger Komfort bei Prognosen.
Nächster Termin: Zahlen am 25. Februar
Entscheidend dürfte der nächste Berichtstermin werden: Salesforce veröffentlicht die Q4- und Gesamtjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2026 am Mittwoch, 25. Februar 2026, nach US-Börsenschluss. In der anschließenden Telefonkonferenz wird der Markt besonders darauf achten, wie das Management den Einfluss von KI auf das Geschäft einordnet, welche Wachstumstreiber genannt werden und wie Salesforce sich im zunehmend KI-getriebenen Wettbewerb positionieren will.
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