Neun Prozent Kursverlust an einem einzigen Nachmittag — ausgelöst nicht durch eigene Nachrichten, sondern durch den Quartalsbericht eines Konkurrenten. Für Salesforce-Aktionäre ist das eine bittere Erfahrung, die sich 2026 schon zu einem Muster entwickelt hat.
Der Auslöser am 23. April war ServiceNow. Dessen Q1-Bericht enttäuschte: Deals im Nahen Osten verschoben sich wegen anhaltender Konflikte, Margendruck durch jüngste Übernahmen belastete die Stimmung. Goldman Sachs, Jefferies, Piper Sandler und weitere Häuser senkten ihre Kursziele für ServiceNow — betonten aber, es handle sich um ein Timing-Problem, keine strukturelle Schwäche. Trotzdem griff die Nervosität auf den gesamten Enterprise-Software-Sektor über. Salesforce, als Schwergewicht der Branche, traf es am härtesten.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Dabei liefert das Unternehmen operativ solide Ergebnisse. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2026 erzielte Salesforce einen Umsatz von 41,5 Milliarden Dollar — ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der freie Cashflow kletterte auf 14,4 Milliarden Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr 2027 peilt das Management zwischen 45,8 und 46,2 Milliarden Dollar Umsatz an, mit einer erwarteten Wachstumsbeschleunigung in der zweiten Jahreshälfte.
Der Aktienkurs erzählt eine andere Geschichte. Seit Jahresbeginn hat Salesforce rund 30 Prozent verloren — während der S&P 500 im gleichen Zeitraum nur etwa fünf Prozent nachgab. Investoren bestrafen vor allem die Schwäche in den Segmenten Marketing, Commerce und Tableau sowie die Konkurrenz durch KI-fokussierte Wettbewerber.
Agentforce wächst rasant
Das Gegengewicht zur Skepsis liefert Salesforces KI-Plattform. Agentforce erreichte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen annualisierten Umsatz von 800 Millionen Dollar — ein Anstieg von 169 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusammen mit Data 360 summierten sich die KI-Erlöse auf 2,9 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von 200 Prozent.
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Seit dem Marktstart hat Salesforce über 29.000 Agentforce-Transaktionen abgeschlossen, nach 18.500 im Vorquartal. Produktiv eingesetzte Deployments wuchsen sequenziell um knapp 50 Prozent. Mehr als 60 Prozent der Buchungen im vierten Quartal kamen aus dem Bestandskundengeschäft — die Plattform vertieft sich im bestehenden Kundenstamm, statt allein auf Neukunden angewiesen zu sein.
Bewertung deutlich unter Branchenschnitt
Nach dem Kursrutsch handelt Salesforce auf Basis der Gewinnerwartungen für das laufende Jahr bei einem KGV von rund 14 — weit unter dem Branchendurchschnitt von etwa 24 und einem Bruchteil von ServiceNows Trailing-KGV von 62. Das Analysten-Konsenskursziel liegt bei 268,87 Dollar, gestützt von 41 Kauf- und Starkauf-Empfehlungen gegenüber zwölf Halteempfehlungen.
Den nächsten konkreten Prüfstein liefern die Q1-Zahlen für das Geschäftsjahr 2027. Konsensschätzungen sehen einen Umsatz von 11,06 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 3,12 Dollar vor — ein Wachstum von rund 21 Prozent beim Ergebnis. Bestätigt Salesforce die angekündigte Wachstumsbeschleunigung, dürfte das die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursniveau schwer zu ignorieren machen.
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