Starkes Quartal, trotzdem Verkaufsdruck: Safran hat im dritten Quartal die Erwartungen beim Umsatz leicht übertroffen, die Aktie rutschte am Freitagmorgen in Paris dennoch zeitweise um 4,70 Prozent auf 287,50 Euro. Der Kurs fiel damit auf das Niveau vom Mai zurück.
Umsatz wächst zweistellig
Der bereinigte Umsatz stieg im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 9 Milliarden Euro. Analysten hatten etwas weniger erwartet. Treiber war vor allem das Geschäft mit den Leap-Triebwerken für die Boeing 737 Max und die Airbus-A320neo-Familie. Safran baut sie gemeinsam mit GE Aerospace.
Im Quartal lieferte der Konzern 535 dieser Turbinen aus, rund fünf Prozent mehr als vor einem Jahr und mehr als im Schnitt prognostiziert. Der Erlös im Triebwerksgeschäft legte um 14 Prozent zu. Im Teile- und Rüstungsgeschäft fiel das Plus noch stärker aus. Lediglich die Kabinenausstattung musste einen Rückgang hinnehmen.
Ziele bleiben, Zweifel auch
Zum Quartalsgewinn macht Safran traditionell keine Angaben. Konzernchef Olivier Andriès bestätigte die Jahresziele: Der Umsatz soll im mittleren Zehnerprozentbereich wachsen, der bereinigte operative Gewinn 6,4 bis 6,5 Milliarden Euro erreichen.
Die Marktreaktion dürfte daher weniger an den Zahlen selbst liegen. Goldman-Sachs-Analyst Sam Burgess merkte an, das Geschäft mit Antrieben für Luft- und Raumfahrt habe die Erwartungen leicht verfehlt. Die Stärke im Rüstungsgeschäft habe das aber ausgeglichen.
JPMorgan-Analyst David Perry sieht die Aktie unter dem Druck geopolitischer Unsicherheit und hoher Treibstoffkosten für die Airlines. Auf mittlere und lange Sicht rät er dennoch zum Kauf der Schwäche. Safran zähle für ihn nicht nur zu den aussichtsreichsten Branchenwerten, sondern insgesamt zu den attraktivsten Aktien.
Sog erfasst die Branche
Der Rückgang bleibt nicht auf Safran beschränkt. MTU Aero Engines verlor am Morgen 2,8 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit Juni. Die Investoren scheinen den gesamten Triebwerkssektor wegen der Treibstoffkosten und der geopolitischen Lage kritischer zu bewerten.
Für Safran zählt damit zunächst, ob die Marke von rund 287 Euro hält. Fundamental stützt die bestätigte Prognose von 6,4 bis 6,5 Milliarden Euro operativem Gewinn die Bewertung, die Marktstimmung bleibt vorerst jedoch der Gegenwind.
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