Ein lukrativer Rüstungsdeal steht kurz vor dem Abschluss. Polen will seine Marine mit schwedischen U-Booten aufrüsten. Am Aktienmarkt verpufft diese Nachricht völlig. Bei Saab klaffen operative Perspektive und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.
Am 29. Juni soll in Gdynia ein weitreichendes Abkommen unterzeichnet werden. Polen plant den Kauf von drei A26-Blekinge-U-Booten. Saab Kockums baut diese Schiffe.
Das Paket umfasst auch eine Übergangslösung. Bereits im kommenden Jahr erhält Warschau ein älteres U-Boot zur Überbrückung. Die erste Lieferung der neuen Schiffsklasse ist für 2030 angesetzt. Polens einziges aktives U-Boot stammt aus den 1980er-Jahren.
Marine-Geschäft auf dem Prüfstand
Für den schwedischen Rüstungskonzern kommt der Deal zur rechten Zeit. Anfang April bündelte das Management seine maritimen Aktivitäten im neuen Geschäftsbereich „Naval“. Der polnische Auftrag wird zum ersten großen Härtetest für diese Struktur. Die Folge: Ein starkes Signal an den Markt.
Die operativen Vorzeichen stimmen. Im ersten Quartal sprangen die Auftragseingänge der Tochter Kockums um 54 Prozent nach oben. Haupttreiber waren Bestellungen für U-Boote. Parallel dazu stiegen die Umsätze in diesem Segment um 13 Prozent.
Aktie im Abwärtssog
An der Börse herrscht trotzdem Skepsis. Die Saab-Aktie verliert auf Monatssicht rund 13 Prozent an Wert. Aktuell notiert das Papier bei 24,90 US-Dollar. Damit rutscht der Kurs fast 39 Prozent unter das Jahreshoch vom Januar.
Das technische Bild bleibt angeschlagen. Der Preis liegt deutlich unter der 50-Tage-Linie und der 200-Tage-Linie. Ein RSI-Wert von 33 signalisiert eine stark überverkaufte Situation. Bislang greifen Investoren aber nicht zu.
Der Markt wartet auf harte Fakten. Erst wenn Saab den polnischen U-Boot-Auftrag offiziell als festen Bestelleingang verbucht, verschwindet die Unsicherheit. Die geplante Unterschrift am 29. Juni liefert dafür den entscheidenden Termin. Bis dahin bleibt der Deal ein reiner Hoffnungsträger für die schwächelnde Aktie.
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