Schwedens Rüstungskonzern Saab hat sich innerhalb weniger Tage gleich mehrere milliardenschwere Aufträge gesichert. Drei Staaten setzen auf die Technologie des skandinavischen Konzerns – und das zu einer Zeit, in der europäische Verteidigungsausgaben massiv steigen.
Kanada setzt auf GlobalEye
Der größte Coup: Kanada hat Saab als bevorzugten Lieferanten für sein neues Luftüberwachungssystem ausgewählt. Die Rede ist von sechs GlobalEye-Flugzeugen auf Basis des Bombardier Global 6500 – ein Auftrag mit einem geschätzten Volumen von umgerechnet rund 3,4 Milliarden Euro.
Saab setzte sich damit gegen Boeing und L3Harris durch. Ein Teil der Fertigung soll in Kanada stattfinden, mindestens ein Drittel der Flotte. Der endgültige Vertrag steht zwar noch aus, doch die politische Bindung ist weit fortgeschritten. Hinzu kommt eine Kooperation mit dem kanadischen Anbieter CAE für die Ausbildung der Besatzungen.
Ukraine: Gripen-Lieferung konkretisiert
Parallel dazu wächst Saabs Rolle in der ukrainischen Verteidigung. Schweden hat die Lieferung von 16 älteren Gripen C/D-Kampfjets zugesagt, die Auslieferung soll innerhalb der nächsten zehn Monate beginnen.
Darüber hinaus hat Kiew den Kauf von 20 neuen Gripen E/F-Jets vereinbart – mit Auslieferungen ab 2030. Die Maschinen werden mit den hochmodernen Meteor-Luft-Luft-Raketen bestückt, die speziell zum Abfangen von Flugzeugen mit Gleitbomben entwickelt wurden. Die EU unterstützt den Kauf finanziell.
Litauen und technologische Innovationen
Auch das Kleinwaffengeschäft läuft. Litauen bestellt das Panzerabwehrsystem Carl-Gustaf M4 im Wert von umgerechnet rund 40 Millionen Euro. Der Vertrag läuft von 2026 bis 2029, inklusive Optionen, die den Gesamtwert auf über 55 Millionen Euro steigen lassen könnten.
Hinzu kommt ein technologischer Fortschritt: Im Mai 2026 führte Saab den Erstflug des „LoyalEye“-Sensors auf einer MQ-9B-Drohne durch – ein Schritt in Richtung unbemannter Frühwarnsysteme.
Markt und Kurs
Die Aktie notierte am Freitag bei 30,89 US-Dollar. Auf Wochensicht steht ein Plus von 9,6 Prozent, auf Jahressicht ein Gewinn von knapp 21 Prozent. Allerdings liegt der Kurs noch rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 40,60 Dollar – ein Hinweis darauf, dass nicht alle Nachrichten bereits eingepreist sind.
Die entscheidende Frage für Anleger: Wann werden aus den „bevorzugten Lieferanten“-Status feste Verträge? Der kanadische Milliarden-Deal muss noch final verhandelt werden. Gelingt das, wäre Saab auf Jahre ausgelastet.
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