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Symbolbild, KI-generiert

Ryanair Aktie: Kerosin-Schock voraus?

Höhere Kosten und günstigere Tickets drücken den Halbjahresgewinn; für 2028 kalkuliert Ryanair mit rund zwei Milliarden Euro Mehrkosten beim Treibstoff.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Halbjahresgewinn fällt auf 2,15 Milliarden Euro
  • Passagierzahlen steigen um sechs Prozent
  • Ziel für 2027 auf 214 Millionen gesenkt
  • Bis zu 800 Millionen Euro Rückkäufe ab Februar 2027 angekündigt

Ryanair hat heute einen Rückgang des Halbjahresgewinns um 15 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro gemeldet. Höhere Treibstoffkosten und niedrigere Durchschnittstarife belasteten das Ergebnis trotz steigender Passagierzahlen. Für das folgende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einer weiteren erheblichen Belastung durch Kerosin.

Für Anleger steht damit nicht allein das Verkehrswachstum im Mittelpunkt. Entscheidend ist, wie viel davon nach den steigenden Kosten als Gewinn übrig bleibt. Ryanair reagiert mit einer Überprüfung der Ausgaben und kündigt zugleich weitere Ausschüttungen an die Aktionäre an.

Kosten wachsen schneller als Erlöse

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 bis Ende September stieg der Umsatz um 3 Prozent auf 10,08 Milliarden Euro. Die Betriebskosten legten dagegen um 10 Prozent zu.

Damit liefen Erlöse und Aufwand deutlich auseinander. Mehr Fluggäste reichten nicht aus, um den Kostenschub auszugleichen. Zusätzlich belasteten sinkende Ticketpreise die Ertragsentwicklung.

Ryanair beförderte 125,8 Millionen Passagiere, ein Plus von 6 Prozent. Der Durchschnittstarif sank um 4 Prozent.

Das Unternehmen führt die niedrigeren Tarife auf Unsicherheit und kurzfristigere Buchungen infolge des Nahostkonflikts zurück. Die Entwicklung zeigt die Grenzen des Mengenwachstums: Zusätzliche Passagiere stärken das Geschäft, gleichen aber nicht automatisch niedrigere Preise und teureren Treibstoff aus.

Absicherungen schützen nur teilweise

Für das Geschäftsjahr 2027 sind laut Ryanair 80 Prozent des Treibstoffbedarfs zu rund 67 Dollar je Barrel abgesichert. Der Preis für den nicht abgesicherten Anteil verdoppelte sich auf etwa 130 Dollar je Barrel.

Die Absicherungen begrenzen damit die Belastung, verhindern sie aber nicht. Im folgenden Geschäftsjahr ist ein wesentlich kleinerer Teil des Bedarfs geschützt. Das erhöht die Bedeutung der weiteren Treibstoffpreisentwicklung für den Gewinn.

Für das Geschäftsjahr 2028 sind bislang 25 Prozent zu rund 95 Dollar je Barrel abgesichert. Auf Basis aktueller Terminpreise erwartet Ryanair zusätzliche Treibstoffkosten von etwa 2 Milliarden Euro.

Ryanair-Chef Michael O’Leary sagte CNBC heute, europäische Flugpreise könnten im kommenden Jahr zweistellig steigen. Das Unternehmen erwartet allerdings nicht, dass höhere Ticketpreise die zusätzliche Treibstoffrechnung vollständig ausgleichen. Geprüft werden deshalb Flughafenkonditionen, befristete Gehaltsstopps, niedrigere Besatzungsquoten und ein stärkerer Einsatz künstlicher Intelligenz.

Niedrigeres Verkehrsziel, weitere Kapitalrückgaben

Ryanair senkte das Passagierziel für das Geschäftsjahr 2027 von 216 Millionen auf 214 Millionen. Im Winter soll das Verkehrsaufkommen etwa stabil bleiben.

Eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr gibt das Unternehmen wegen fehlender Sicht auf das Schlussquartal noch nicht ab. Zugleich bezeichnet Ryanair die Nachfrage im laufenden Quartal als stark. Die Tarife liegen dabei leicht über dem Vorjahresniveau.

Den Aktionären stellt Ryanair eine Dividende von 0,273 Euro je Aktie sowie Aktienrückkäufe von bis zu 800 Millionen Euro ab Februar 2027 in Aussicht.

Die Kapitalrückgaben stehen damit neben einem vorsichtigeren operativen Ausblick. Für die weitere Ergebnisentwicklung zählt vor allem, ob bessere Tarife und mögliche Einsparungen den wachsenden Kostendruck ausreichend abfedern können. Ein vollständiger Ausgleich durch höhere Flugpreise ist nach Einschätzung des Unternehmens nicht zu erwarten.

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