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Rwe Aktie: Kursziel 68 Euro trotz Schwäche

RWE-Quartalszahlen überzeugen, doch die Bundesnetzagentur plant niedrigere Gasnetz-Renditen. Analysten sehen dennoch Aufwärtspotenzial bis 68 Euro.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrutsch auf 58,04 Euro
  • Regulierungsentwurf belastet Versorgerbranche
  • Jefferies bestätigt Kaufempfehlung
  • Ausblick für 2026 bestätigt

RWE hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 ein starkes Signal gesendet — und trotzdem gerät die Aktie zum Wochenschluss unter Druck. Der Kurs rutschte am Freitag auf 58,04 Euro ab und hält sich damit nur mit Mühe über der 100-Tage-Linie. Der Grund liegt nicht im eigenen Zahlenwerk, sondern im regulatorischen Umfeld der gesamten Versorgerbranche.

Auslöser ist ein Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur zur fünften Regulierungsperiode für Gasnetze zwischen 2028 und 2032. Die Behörde will Versorgern künftig eine pauschalierte Kapitalverzinsung von 3,76 Prozent zugestehen — deutlich weniger als die vom Markt erhofften 4,5 bis 5,5 Prozent.

Zwar betrifft der Entwurf primär das Gasgeschäft, doch Analysten befürchten, dass sich daraus auch Rückschlüsse auf die künftige Stromnetz-Regulierung ziehen lassen. Genau dieses Segment ist für RWE von zentraler Bedeutung.

Fundamentaldaten bleiben stark

Unabhängig von der Regulierungsdebatte überzeugte RWE zuletzt mit dem Zahlenwerk zum zweiten Quartal. Der endgültige Halbjahresbericht bestätigte den Ausblick, und der Aktienkurs näherte sich in der Folge wieder der Marke von 60 Euro an — bevor die Eon-bedingte Regulierungssorge den Sektor belastete. Seit dem Jahreshoch von 62,01 Euro Ende April bewegt sich die Aktie überwiegend in einer Spanne zwischen 54 und 59 Euro.

Jefferies bekräftigte angesichts des bestätigten Ausblicks seine Kaufempfehlung für RWE mit einem Kursziel von 68 Euro. Das würde gegenüber dem aktuellen Kursniveau von 58,04 Euro deutliches Potenzial bedeuten.

Die Analysten werten den vorliegenden Regulierungsentwurf für das Gasgeschäft zwar als Enttäuschung für Eon, sehen aber in einer Klausel des Entscheidungsentwurfs Spielraum für eine für Stromnetzbetreiber attraktivere Behandlung — sofern der Investitionsbedarf im Stromsektor höher ausfällt als im Gasbereich.

Charttechnisch bleibt die Marke von 62 Euro der nächste relevante Wendepunkt. Sollte RWE dieses Niveau wieder erreichen, wäre das alte Jahreshoch bestätigt. Bis dahin dürfte die endgültige Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Stromnetz-Regulierung der eigentliche Kurstreiber für die kommenden Wochen bleiben.

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