RWE baut seine Machtposition im deutschen Stromnetz weiter aus. Der Energiekonzern erwirbt ein weiteres Aktienpaket von 3,0 Prozent an der Beteiligungsgesellschaft M31 und übernimmt damit deren Mehrheit. Über diesen Umweg steigt die indirekte Beteiligung an Übertragungsnetzbetreiber Amprion auf rund 58 Prozent.
Der Schritt ist keine spontane Entscheidung. Bereits Mitte Juni hatte RWE seine Position bei M31 auf 55 Prozent aufgestockt — der aktuelle Zukauf setzt diese Linie konsequent fort. M31 selbst hält etwa drei Viertel der Amprion-Anteile, wodurch sich RWEs Einfluss auf den Netzbetreiber über die Beteiligungskette weiter verdichtet.
Warum das Netzgeschäft strategisch wichtig wird
Amprion gehört zu den vier großen Übertragungsnetzbetreibern Deutschlands und verantwortet einen zentralen Abschnitt der Höchstspannungsleitungen, über die Strom von Windparks im Norden zu den Verbrauchszentren im Süden und Westen transportiert wird. Für RWE ergänzt das regulierte Netzgeschäft gezielt die übrigen Schwerpunkte des Konzerns: erneuerbare Energien, Batteriespeicher und flexible Kraftwerkskapazitäten.
Ein größerer Anteil an einem Übertragungsnetzbetreiber bringt planbare, regulierte Erträge — ein Kontrapunkt zu den schwankenden Erlösen aus dem klassischen Erzeugungsgeschäft. Angesichts der fortschreitenden Energiewende gewinnt der Ausbau dieser Netzinfrastruktur zunehmend an Bedeutung, da sie als Rückgrat der deutschen Stromversorgung gilt.
Kursreaktion fällt deutlich aus
Der Markt honorierte die Nachricht sichtbar: Im außerbörslichen Handel legte die RWE-Aktie am Vorabend rund drei Prozent zu, am Folgetag setzten sich die Kursgewinne fort. Anleger werten den fortgesetzten Beteiligungsaufbau offenbar als Bestätigung der strategischen Ausrichtung des DAX-Konzerns.
Mit dem nun erreichten Anteil von rund 58 Prozent an Amprion hat RWE seine Position in einem der zentralen Bausteine der deutschen Energieinfrastruktur nochmals gefestigt. Der Konzern signalisiert damit, dass das Netzgeschäft künftig ein tragenderer Pfeiler der Unternehmensstrategie werden soll.
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