Rolls-Royce treibt sein Atomgeschäft mit Nachdruck voran. Der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle führt nach eigenen Angaben fortgeschrittene Gespräche mit Schweden über Mini-Kernkraftwerke — und macht parallel Werbung in weiteren europäischen Hauptstädten.
Schweden als nächster Markt
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall prüft derzeit zwei Reaktordesigns für ein Projekt am Standort Ringhals auf der Värö-Halbinsel. Geplant sind rund 1.500 MW Kapazität. Rolls-Royce konkurriert dabei gegen den BWRX-300 von GE Vernova Hitachi. Eine Entscheidung über den Lieferanten plant Vattenfall für 2026.
Die diplomatische Beschleunigung aus London ist neu. Dass Kyle persönlich in Stockholm vorstellig wird, zeigt, wie stark die britische Regierung das SMR-Geschäft als industriepolitisches Projekt begreift.
Tschechien-Vertrag als Fundament
Kurz zuvor hatte Rolls-Royce SMR am 24. April einen Vorvertragsabschluss mit dem tschechischen Versorger ČEZ Group unterzeichnet. Der sogenannte Early Works Contract ermöglicht standortspezifische Planungsarbeiten für den ersten SMR am Standort Temelín. ČEZ-Chef Daniel Beneš will alle Baugenehmigungen bis 2030 vorliegen haben.
Das macht Rolls-Royce zum einzigen Unternehmen mit mehreren vertraglichen Verpflichtungen zur SMR-Lieferung in Europa. Das Unternehmen selbst beziffert seinen Vorsprung im europäischen Zulassungsprozess auf bis zu 18 Monate gegenüber Wettbewerbern. Das britische Generic Design Assessment läuft planmäßig und soll im August 2026 abgeschlossen sein.
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Dividende und Kurs
Kurz vor der Hauptversammlung am 30. April steht auch eine Ausschüttungsentscheidung an. Der Vorstand schlägt eine Schlussdividende von 5,0 Pence je Aktie vor, was die Gesamtdividende für 2025 auf 9,5 Pence bringt. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 32 Prozent des Gewinns nach Steuern. Bei Zustimmung der Aktionäre fließt das Geld am 3. Juni. Hinzu kommt ein milliardenschweres Rückkaufprogramm: Für die Jahre 2026 bis 2028 plant Rolls-Royce Käufe im Umfang von 7 bis 9 Milliarden Pfund, davon 2,5 Milliarden Pfund allein in diesem Jahr.
Die Aktie notiert aktuell bei 13,16 Euro und liegt damit rund 17 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Februar. Auf Jahressicht hat das Papier allerdings knapp 46 Prozent zugelegt — der jüngste Rücksetzer relativiert sich dadurch erheblich.
Für 2026 steuert Rolls-Royce auf ein operatives Ergebnis zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund zu. Das mittelfristige Ziel bis 2028 liegt bei 4,9 bis 5,2 Milliarden Pfund bei einer Marge von 18 bis 20 Prozent. Ob Schweden als dritter europäischer Markt hinzukommt, entscheidet sich noch in diesem Jahr — spätestens mit Vattenfalls Lieferantenentscheidung.
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