Das britische Industrieunternehmen Rolls-Royce hat sich einen zentralen Platz in der europäischen Energiewende gesichert. Die Schweden setzen auf seine Small Modular Reactor (SMR)-Technologie.
Die Aktie notierte am Freitag bei 16,27 Euro. Auf Wochensicht legte sie um 8,25 Prozent zu – das Papier handelt nahe am 52-Wochen-Hoch von 16,47 Euro.
Erster Meilenstein seit Jahrzehnten
Die schwedische Videberg Kraft – ein Gemeinschaftsunternehmen von Vattenfall und Industrikraft – hat Rolls-Royce mit dem Bau von drei Druckwasserreaktoren beauftragt. Jeder liefert 470 Megawatt Leistung.
Standort ist die Halbinsel Värö. Das Projekt ist der erste Neubau eines Atomkraftwerks in Schweden seit über vier Jahrzehnten.
Für Rolls-Royce bedeutet der Auftrag einen strategischen Erfolg. Schweden ist das dritte europäische Land, das auf die SMR-Technologie des Konzerns setzt – nach Großbritannien und Tschechien. Der erste Reaktor soll Mitte der 2030er Jahre ans Netz gehen.
Die Vergabe erfolgte nach einem dreijährigen Auswahlverfahren. Rolls-Royce setzte sich gegen konkurrierende technische Angebote durch.
Fortschritte in der Luftfahrt
Parallel zur Nuklearsparte treibt der Konzern sein ziviles Luftfahrtgeschäft voran. Das Pearl-10X-Triebwerk absolvierte seinen Erstflug im Geschäftsjet Dassault Falcon 10X.
Es ist das leistungsstärkste Triebwerk der Pearl-Familie. Der Motor ist zu 100 Prozent kompatibel mit nachhaltigen Flugkraftstoffen (SAF).
Für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt das Management seine Ziele: ein operativer Gewinn zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund. Der freie Cashflow soll 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund erreichen. Zudem ist ein Aktienrückkaufprogramm über 2,5 Milliarden Pfund für 2026 geplant.
Marktumfeld und Risiken
Die Aktie notiert mit einem Plus von knapp 18 Prozent seit Jahresbeginn. Auf Jahressicht beträgt der Zugewinn 57 Prozent. Der Markt honoriert die seit 2023 laufende Wende: Der Konzern konzentriert sein Portfolio und verbessert die Margen.
Analysten sehen großes Potenzial im SMR-Markt. Einige Prognosen erwarten bis 2050 hunderte solcher Reaktoren weltweit.
Die Kehrseite: Großprojekte dieser Dimension bergen immer Risiken. Für Anleger bleibt die entscheidende Frage, ob Rolls-Royce seine langfristigen Verträge termingerecht und im Kostenrahmen abwickeln kann. Das zweite Halbjahr 2026 wird zeigen, ob der Konzern den eingeschlagenen Weg fortsetzt.
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