Am 30. April hält Rolls-Royce seine Hauptversammlung ab — und die Agenda hat es in sich. Neben dem Start eines milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms stimmen die Aktionäre über ein Vergütungspaket für CEO Tufan Erginbilgic ab, das bis zu 24 Millionen Pfund erreichen kann. Die Aktie steht derweil rund 22 Prozent unter ihrem Februarhoch.
Das umstrittene Gehaltspaket
Der Vergütungsausschuss begründet den Vorschlag mit einer „beispiellosen Leistungsverbesserung“ unter Erginbilgic. Seit seinem Amtsantritt am 1. Januar 2023 bis Ende 2025 wurde ein Aktionärswert von rund 88 Milliarden Pfund geschaffen — der Kurs legte in diesem Zeitraum um über 1.100 Prozent zu, mehr als bei jedem direkten Wettbewerber.
Das Paket für 2026 umfasst bis zu 18,5 Millionen Pfund, die bei einem Kursanstieg von 50 Prozent auf die Langfristkomponente auf 24,4 Millionen Pfund steigen könnten. Der Ausschuss verweist auf eine „materielle Lücke“ gegenüber Wettbewerbern wie RTX, Safran und Airbus. Kritiker halten die Summe dennoch für unverhältnismäßig — gemessen an der Vergütung der Belegschaft und laufenden Kostensenkungsmaßnahmen.
Rückkauf, Dividende und HV am selben Tag
Der 30. April bündelt gleich mehrere Ereignisse: Die HV, die laufende erste Tranche des Rückkaufprogramms sowie die Abstimmung über die Schlussdividende 2025 von 5,0 Pence je Aktie — die erste reguläre Dividende seit mehr als fünf Jahren. Die Gesamtausschüttung für 2025 beläuft sich auf 9,5 Pence, was einer Ausschüttungsquote von 32 Prozent des bereinigten Nachsteuergewinns entspricht.
Das Rückkaufprogramm hat ein Gesamtvolumen von 7 bis 9 Milliarden Pfund für die Jahre 2026 bis 2028, davon 2,5 Milliarden Pfund allein in diesem Jahr. Es ist der erste Rückkauf seit zehn Jahren.
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Solide Basis, aber neue Risiken
Die fundamentale Entwicklung bleibt stark: Fitch hob das Langfrist-Rating auf A- an. Für 2026 erwartet das Management ein operatives Ergebnis zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund sowie einen freien Cashflow von 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund — nach einem Betriebsgewinnsprung von 41 Prozent auf 3,5 Milliarden Pfund im Geschäftsjahr 2025.
Gleichzeitig wächst der Druck durch die US-Handelspolitik. Nordamerika ist mit einem Umsatz von 5,94 Milliarden Pfund der größte Markt des Konzerns. Rolls-Royce prüft derzeit, welche Produktionsschritte aus betroffenen Ländern in die USA verlagert werden können, wo das Unternehmen bereits 6.000 Mitarbeiter an elf Standorten beschäftigt.
Das Abstimmungsergebnis zur Vergütung am 30. April wird zeigen, wie viel Rückhalt Erginbilgic bei seinen Aktionären tatsächlich genießt — trotz oder gerade wegen der außergewöhnlichen Kursentwicklung der vergangenen drei Jahre.
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