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Rolls-Royce Aktie: Jahresprognose auf 4,7–4,9 Mrd. Pfund angehoben

Rolls-Royce übertrifft Erwartungen mit Rekordmarge und hebt Jahresprognose an. Analysten reagieren mit deutlich höheren Kurszielen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Operativer Gewinn steigt um 46 Prozent
  • Jahresprognose deutlich angehoben
  • Zwischendividende auf 6 Pence verdoppelt
  • JPMorgan und Deutsche Bank erhöhen Kursziele

Rolls-Royce Holdings hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die selbst optimistische Schätzungen in den Schatten stellen. Der Triebwerksbauer meldete für das erste Halbjahr 2026 einen um 46 Prozent gestiegenen bereinigten operativen Gewinn von 2,5 Milliarden Pfund und hob zugleich seine Jahresprognose an. Der Aktienkurs reagierte darauf zunächst mit Gewinnmitnahmen: Am Donnerstag schloss das Papier bei 18,00 Euro, ein Rückgang von 2,19 Prozent gegenüber dem Vortag – nachdem der Kurs erst am 5. August mit 18,47 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert hatte. Der jüngste Rücksetzer ändert wenig am Bild eines außergewöhnlichen Jahres: Seit Jahresbeginn steht bei Rolls-Royce ein Plus von 36,54 Prozent zu Buche.

Alle Sparten übertreffen die Erwartungen

Das Unternehmen erzielte im ersten Halbjahr eine operative Marge von 22,5 Prozent, mit höherer Profitabilität in sämtlichen Divisionen. Nach Berichten von Yahoo Finance UK lag der operative Gewinn von 2,53 Milliarden Pfund über der Konsensschätzung von S&P Global Visible Alpha, die bei 2,37 Milliarden Pfund gelegen hatte; der Umsatz von 11,28 Milliarden Pfund übertraf ebenfalls die von Analysten erwarteten 11 Milliarden Pfund.

Besonders die Kerngeschäfte trugen den Sprung: Die Sparte Civil Aerospace steigerte den Umsatz organisch um 29 Prozent auf 6,19 Milliarden Pfund, der operative Gewinn kletterte um 31 Prozent auf 1,57 Milliarden Pfund – die Marge erreichte damit einen Rekordwert von 25,3 Prozent. Die Verteidigungssparte legte beim Umsatz organisch um 17 Prozent auf 2,48 Milliarden Pfund zu, der operative Gewinn sprang um 57 Prozent auf 522 Millionen Pfund. Power Systems steigerte den Umsatz um 28 Prozent auf 2,6 Milliarden Pfund bei einem um 72 Prozent höheren operativen Gewinn von 528 Millionen Pfund. Vorstandschef Tufan Erginbilgic kündigte laut CNBC zudem einen weiteren Abschluss im Geschäft mit Rechenzentren an – kontinuierliche Stromversorgungssysteme könnten demnach bis 2030 bis zu ein Fünftel des Stromerzeugungsgeschäfts ausmachen, da Rechenzentren zunehmend Schwierigkeiten hätten, Netzanschlüsse zu sichern.

Prognose angehoben, Dividende verdoppelt

Auf Basis dieser Entwicklung erhöhte Rolls-Royce die Jahresprognose für 2026 auf einen bereinigten operativen Gewinn von 4,7 bis 4,9 Milliarden Pfund und einen freien Cashflow von 3,8 bis 4,0 Milliarden Pfund – zuvor hatte das Unternehmen 4,0 bis 4,2 Milliarden Pfund operativen Gewinn in Aussicht gestellt. Aktionäre erhalten im September eine Zwischendividende von 6,0 Pence je Aktie, nach 4,5 Pence im Vorjahr. Vom für 2026 geplanten Aktienrückkauf über 2,5 Milliarden Pfund hat das Unternehmen bislang 1,4 Milliarden Pfund umgesetzt.

Auch die Bilanz hat sich sichtbar verbessert. Das Nettoguthaben stieg auf 2,1 Milliarden Pfund, während die Bruttoverschuldung nach Rückzahlung von Anleihen über 1,1 Milliarden Pfund und der Emission neuer, auf Euro lautender Anleihen mit Fälligkeit 2031 und 2036 bei 2,7 Milliarden Pfund lag. Die Liquiditätsposition bezifferte das Unternehmen zum 30. Juni auf 9,0 Milliarden Pfund. Moody’s und Fitch hoben ihre Ratings im Berichtszeitraum auf A3 beziehungsweise A- an, S&P Global bestätigte das Rating BBB+ und stellte den Ausblick auf positiv. Bereits Anfang Juli hatte Rolls-Royce zudem eine Pensions-Buy-out-Transaktion mit der Pension Insurance Corporation abgeschlossen, die versicherte Pensionsverpflichtungen von rund 3,9 Milliarden Pfund aus der Bilanz entfernte.

Analysten reagieren mit höheren Kurszielen

Die Aktienanalysten von JPMorgan reagierten am 4. August mit einer Anhebung ihres Kursziels um 11 Prozent auf 1.800 Pence und bezeichneten die Halbjahreszahlen laut Proactive Investors als die deutlichste Prognoseanhebung seit den Jahreszahlen 2023. Zugleich hob JPMorgan die Gewinnschätzung je Aktie für 2026 um 19 Prozent an, für 2027 um 14 Prozent und für die Folgejahre bis 2030 um jeweils rund 13 bis 14 Prozent. Einen Tag später zog Deutsche Bank nach und erhöhte ihr Kursziel von 1.325 auf 1.705 Pence, mit Kaufempfehlung. Die Bank argumentierte, die Dynamik des Unternehmens reiche deutlich über den aktuellen Prognosezeitraum hinaus – jede Division laufe bereits vor den eigenen Erwartungen, mit einer Rekordmarge von 25,3 Prozent im zivilen Luftfahrtgeschäft.

Auch aus dem eigenen Vorstand kam ein Signal des Vertrauens: Die Non-Executive Director Angela Strank kaufte am 30. Juli 1.712 Aktien zu einem Preis von 14,486 Pfund je Stück, ein Investment von insgesamt 24.800,03 Pfund. Der jüngste Rücksetzer im Aktienkurs, der aktuell noch 2,56 Prozent unter dem erst kürzlich erreichten Rekordhoch notiert, dürfte angesichts der breit angehobenen Analystenziele vorerst als Verschnaufpause nach einer außergewöhnlichen Berichtssaison zu werten sein.

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Diskussion zu Rolls-Royce

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.