Der mächtigste Stimmrechtsberater der institutionellen Anlegerwelt hat gesprochen — und das zugunsten von CEO Tufan Erginbilgic. Die Institutional Shareholder Services (ISS) empfiehlt, dem umstrittenen Vergütungspaket auf der Hauptversammlung am 30. April zuzustimmen. Für Rolls-Royce ist das eine wichtige Weichenstellung vor einem HV-Termin, der gleich mehrere richtungsweisende Beschlüsse bündelt.
Das Paket, das Wellen schlägt
Erginbilgic könnte unter der neuen Vergütungsstruktur bis zu 18,5 Millionen Pfund im Jahr 2026 erhalten — bei einer Kurssteigerung von 50 Prozent auf die langfristigen Incentive-Aktien sogar bis zu 24,4 Millionen Pfund. Die Summe hat Kritik auf sich gezogen, sowohl von institutionellen als auch von Privatanlegern.
ISS begründet seine Empfehlung mit den überzeugenden Argumenten des Unternehmens rund um Mitarbeiterbindung, internationalem Wettbewerb um Führungskräfte und der Wachstumsgeschichte seit 2023. Der Vergütungsausschuss verweist seinerseits auf eine Aktienrendite von über 1.100 Prozent seit Erginbilgics Amtsantritt — ein Wert, der laut Ausschuss alle Branchenvergleiche übersteigt. Zwischen Januar 2023 und Ende 2025 wurden rund 88 Milliarden Pfund an Aktionärswert geschaffen.
Mehr als nur ein Gehaltsstreit
Die HV-Agenda reicht weit über die Vergütungsfrage hinaus. Zur Abstimmung stehen auch ein Aktienrückkaufprogramm von 2,5 Milliarden Pfund für 2026 — Teil eines Mehrjahresprogramms über insgesamt 7 bis 9 Milliarden Pfund bis 2028 — sowie eine Abschlussdividende von 5,0 Pence je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Der Ex-Dividendentag ist für den 23. April angesetzt, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre.
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Rückenwind kommt auch von der Ratingagentur Fitch, die die Bonitätseinstufung von „BBB+“ auf „A-“ angehoben hat. Für 2026 erwartet das Management ein operatives Ergebnis zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund sowie einen freien Cashflow von 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund.
Tarif-Risiko bleibt ungelöst
Ein offener Risikofaktor begleitet die HV: die US-Handelspolitik. Nordamerika ist Rolls-Royces größter Markt und generierte zuletzt rund 5,94 Milliarden Pfund Umsatz — etwa ein Drittel des Konzernumsatzes. Zu den Kunden zählen das US-Verteidigungsministerium, Boeing und Lockheed Martin. Das Unternehmen prüft derzeit, welche Produktionsschritte aus betroffenen Ländern in seine elf US-Standorte mit insgesamt 6.000 Mitarbeitern verlagert werden könnten.
Mit der ISS-Empfehlung im Rücken dürfte das Vergütungspaket am 30. April die nötige Mehrheit finden. Entscheidend wird die Höhe der Zustimmung sein — sie gilt als Gradmesser dafür, wie viel Vertrauen die Aktionäre dem Kurs des Vorstands tatsächlich entgegenbringen.
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