Mit Initiativen in der zivilen Luftfahrt und im maritimen Verteidigungssektor setzt Rolls-Royce neue Akzente für das künftige Technologieportfolio. Das britische Industrieunternehmen meldete am gestrigen Freitag die Teilnahme an der jüngsten Ausschreibung der europäischen Forschungsinitiative Clean Aviation. Ziel des Engagements ist die Weiterentwicklung emissionsärmerer Technologien für den Luftfahrtsektor.
Gleichzeitig verzeichnete der Konzern einen Erfolg im Militärbereich: Gestern gab Rolls-Royce bekannt, dass die konzerneigenen mtu-Motoren die Zertifizierung der U.S. Navy für den autonomen Einsatz auf Marineschiffen erhalten haben.
Partnerschaft bei modularen Reaktoren
Die jüngsten operativen Fortschritte schließen an strategische Vorstöße der vergangenen Wochen an. Bereits am 8. September unterzeichnete die Sparte Rolls-Royce SMR eine Absichtserklärung mit dem Technologiekonzern ABB.
Die Vereinbarung zielt auf eine potenzielle Zusammenarbeit bei Projekten rund um kleine modulare Reaktoren (Small Modular Reactors). Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Sondierung künftiger Kooperationen und noch um keine abgeschlossene Transaktion.
Flankiert wurden die Weichenstellungen von einer personellen Veränderung im Führungsgremium. Zum 1. September trat Alessandra Genco ihre Position als Direktorin im Board des Konzerns an.
Analysteneinschätzung und Marktumfeld
An der Börse spiegelten sich die Meldungen in einem wechselhaften Handelsumfeld wider. Am 9. September gerieten britische Standardwerte unter Druck, nachdem ein Preisanstieg der Rohölsorte Brent über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel neue Inflationssorgen geschürt hatte.
Wie Reuters berichtete, belastete die Eskalation des Nahost-Konflikts den gesamten Markt; unternehmensspezifische Gewinnwarnungen oder Anpassungen der eigenen Prognosen gab es bei Rolls-Royce hingegen nicht.
Unterstützung erhält der Titel weiterhin von Analystenseite. Die Privatbank Berenberg bestätigte am 14. September ihre Kaufempfehlung für die Aktie und beließ das Kursziel bei 19,00 GBP.
Am gestrigen Freitag ging das Papier im europäischen Handel mit einem Abschlag von 2,1 Prozent bei 16,87 Euro aus dem Markt. Trotz der kurzfristigen Konsolidierung verzeichnet der Wert seit Jahresanfang ein Kursplus von 28 Prozent. Anleger blicken nun darauf, wie zügig die technologischen Kooperationen in konkrete Aufträge übergehen.
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