Rolls-Royce treibt den Umbau auf allen Ebenen voran. Mini-Atomreaktoren für Europa, Flugzeugtriebwerke der nächsten Generation und Milliarden für die Aktionäre stehen auf der Agenda. Der britische Industriekonzern befindet sich in einer entscheidenden Transformationsphase. An der Börse sorgte das zuletzt für Gewinnmitnahmen.
Dividendenabschlag drückt den Kurs
In den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier rund zehn Prozent an Wert. Ein wesentlicher Grund dafür ist technischer Natur. Die Aktie wird seit dem 23. April ex-Dividende gehandelt. Am Freitag ging der Titel bei 13,37 Euro aus dem Handel.
Langfristig betrachtet zeigt der Trend weiter nach oben. Auf Jahressicht steht ein Plus von gut 52 Prozent auf der Kurstafel. Aktuell testet der Kurs die wichtige 200-Tage-Linie, die bei 13,53 Euro verläuft.
Exportoffensive bei Mini-Reaktoren
Abseits des Börsenparketts forciert das Management die internationale Expansion im Nuklearsektor. Großbritannien verhandelt Berichten zufolge über den Verkauf von kleinen modularen Reaktoren (SMR) an Schweden. Rolls-Royce will seine Druckwasserreaktor-Technologie damit europaweit etablieren.
Die britische Regierung stützt diese Entwicklung mit einem Kredit über 600 Millionen Pfund. Bis 2050 peilt das Unternehmen durch strategische Partnerschaften eine installierte SMR-Kapazität von drei Gigawatt an.
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Milliarden für Triebwerke und Aktionäre
Im zivilen Luftfahrtgeschäft sucht der Konzern ebenfalls den Schulterschluss mit der Politik. Für das vier Milliarden US-Dollar schwere „UltraFan“-Triebwerksprogramm erhofft sich das Management staatliche Unterstützung. Die neue Technologie gilt als zentraler Baustein für die langfristigen Klimaziele des Unternehmens.
Parallel dazu bereitet der Vorstand weitere Kapitalmaßnahmen vor. Nach einer Anhebung der mittelfristigen Finanzziele plant Rolls-Royce ein Aktienrückkaufprogramm. Das Volumen soll bei bis zu zwei Milliarden US-Dollar liegen.
Analysten sehen trotz des jüngsten Kursrücksetzers weiteres Potenzial. Das durchschnittliche Kursziel liegt rund 22 Prozent über dem aktuellen Niveau. Bis 2030 stehen nun die endgültigen Investitionsentscheidungen für die Nuklearprojekte an. Kurzfristig richtet sich der Fokus auf die Erholung der Flugstunden im zivilen Luftfahrtgeschäft, die den Cashflow für die geplanten Kapitalmaßnahmen sichern müssen.
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