Rollins hat im dritten Quartal vor allem ein Problem offengelegt: Der Schädlingsbekämpfer gewinnt neue Privatkunden nicht mehr so leicht wie früher. Die Aktie gab vorbörslich um rund 7 Prozent nach und rutschte in Richtung 31 Dollar.
Umsatz wächst, Marge schrumpft
Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar. Das lag etwa 1,7 Prozent unter der Konsensschätzung von 1,11 Milliarden Dollar. Organisch wuchs das Geschäft um 4,4 Prozent, im Privatkundengeschäft waren es nur 2,3 Prozent.
Die Profitabilität ließ stärker nach. Die operative Marge sank um 140 Basispunkte auf 20,5 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,34 Dollar einen Cent unter den Erwartungen und ein Jahr zuvor bei 0,35 Dollar.
Auffällig sind die Kosten für Versicherungen und Schadensfälle. Sie haben sich im Vergleich zum Vorjahresquartal in der Größenordnung verdoppelt. Auch die Fahrzeugkosten stiegen spürbar.
Suchmaschinen und KI verändern das Geschäft
Das Management führt die Schwäche auf veränderte Wege der Kundengewinnung zurück. Konzernchef Jerry Gahlhoff räumte ein, man sei „enttäuscht“ und handle „mit Nachdruck“. Rollins verlagert Marketingmittel vom klassischen digitalen Ansatz hin zu Kanälen mit höherem Ertrag. Dazu zählt auch die Sichtbarkeit in KI- und LLM-gestützten Suchen.
Die Analysten waren schon vor den Zahlen skeptisch. Morgan Stanley, JPMorgan, Citigroup und weitere Häuser hatten ihre Kursziele zuletzt gesenkt. UBS bleibt bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 36 Dollar. Die Bank sieht die Verlangsamung vor allem bei nationalen Marken, die stark auf bezahlte Suche setzen, und nicht als Branchenphänomen.
Cash-Flow und Rückkäufe als Gegengewicht
Der operative Cashflow legte um 26,4 Prozent auf 242 Millionen Dollar zu. Allerdings half dabei eine zeitlich verschobene Steuererstattung von 63 Millionen Dollar. Rollins kaufte im Quartal eigene Aktien für 120 Millionen Dollar zurück, nach nur wenigen Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Dividende von 0,1825 Dollar je Aktie liegt über dem Vorjahreswert von 0,165 Dollar.
Der Finanzchef bekräftigte die Prioritäten: Zukäufe, eine wachsende Dividende und opportunistische Rückkäufe. Die Verschuldung bleibt mit einem Verhältnis von 1,0 überschaubar.
Die Aktie notiert nahe dem unteren Ende ihrer Jahresspanne von 29,29 bis 66,14 Dollar. Heute um 8:30 Uhr Ostküstenzeit äußert sich das Management in der Telefonkonferenz. Dort dürfte sich zeigen, wie konkret die Gegenmaßnahmen bei Marketing und Kosten ausfallen.
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