Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Rocket Lab: Piper Sandler bremst mit Neutral

Rocket Lab: Piper Sandler bremst mit Neutral

Trotz Rekordumsatz und Iridium-Übernahme verliert die Aktie an Wert. Piper Sandler startet mit neutraler Bewertung, während die Mehrheit der Analysten optimistisch bleibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Piper Sandler startet mit Neutral-Rating
  • Aktie verliert 28 Prozent in 30 Tagen
  • Rekordumsatz von 200 Millionen Dollar
  • Iridium-Übernahme spaltet Analystenmeinung

Rocket Lab hat gerade den größten Deal seiner Firmengeschichte eingefädelt. Trotzdem verliert die Aktie an Boden. Piper Sandler startet die Coverage mit einem nüchternen „Neutral“ — mitten in einer Phase, in der die Mehrheit der Wall-Street-Analysten weiter auf Kursgewinne setzt.

Ein Skeptiker unter vielen Optimisten

Von 16 Analysten, die Rocket Lab beobachten, empfehlen 81 Prozent die Aktie zum Kauf. Keiner rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 117 US-Dollar — deutlich über dem aktuellen Niveau.

Piper Sandler bricht nun mit diesem einhelligen Optimismus. Die Bank sieht Chancen und Risiken der Iridium-Übernahme derzeit im Gleichgewicht. Mindestens ein weiteres Haus bleibt bei „Hold“ und verweist auf Ausführungsrisiken beim Neutron-Raketenprogramm.

Aktie fällt trotz Rekordumsatz

Am Mittwoch schloss die Aktie bei 74,93 US-Dollar. Binnen einer Woche verlor sie 9,23 Prozent, binnen 30 Tagen sogar 28,39 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 151,00 US-Dollar aus dem Mai trennen sie mittlerweile über 50 Prozent.

Der RSI von 33,8 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei fast 95 Prozent — ein Wert, der die Nervosität im Handel deutlich macht. Zum Vergleich: Zum Jahresanfang steht die Aktie nur noch 1,39 Prozent im Minus, auf Sicht von zwölf Jahren dagegen 57 Prozent im Plus.

Die Geschäftszahlen selbst geben wenig Anlass für Sorge. Im ersten Quartal 2026 meldete Rocket Lab einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen US-Dollar, ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust nach GAAP schrumpfte auf 45,0 Millionen US-Dollar, das Adjusted-EBITDA-Minus auf 11,8 Millionen US-Dollar — beide Werte verbesserten sich spürbar.

Besonders der Auftragsbestand sticht heraus. Die Gesamtverpflichtungen erreichten 2,2 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 108 Prozent zum Vorjahr und 20,2 Prozent zum Vorquartal. Für das zweite Quartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 225 und 240 Millionen US-Dollar, bei einem projizierten EBITDA-Verlust von 20 bis 26 Millionen US-Dollar.

Der Iridium-Deal als Wendepunkt

Der Auslöser für die gespaltene Analystenmeinung liegt in Rocket Labs Ankündigung, den Satellitenkommunikationsanbieter Iridium Communications zu übernehmen. Der Deal hat ein Volumen von 8 Milliarden US-Dollar, bezahlt in bar und Aktien. Rocket Lab erhält damit ein globales Satellitennetzwerk und wertvolles Funkspektrum — Werkzeuge, mit denen der Konzern künftig direkter mit Elon Musks SpaceX konkurrieren könnte.

Trevor Walsh von Citizens zählt zu den Befürwortern. Er hob sein Kursziel an und beschreibt die Übernahme als entscheidenden Schritt in höherwertige Weltraumanwendungen. Aus seiner Sicht entsteht eine vertikal integrierte Plattform: Startdienste, Raumfahrzeugbau, Spektrumeigentum und Kommunikation im Orbit unter einem Dach. Suji Desilva von Roth Capital sieht das ähnlich und nennt den Deal transformativ für Rocket Labs Position als integrierter Infrastrukturanbieter im All.

Nicht jeder teilt diese Zuversicht ungebremst. Kritische Stimmen verweisen auf die Komplexität der Integration und mögliche Verzögerungen beim Neutron-Programm — genau jene Unsicherheit, die Piper Sandler zur Zurückhaltung bewegt.

Charttechnische Marke im Blick

Auf Halbjahressicht bleibt die Aktie trotz allem ein Gewinner. Im ersten Halbjahr 2026 legte sie um 46 Prozent zu — mehr als viermal so stark wie der S&P 500 im gleichen Zeitraum. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei rund 44,21 Milliarden Euro.

Kurzfristig rückt eine technische Marke in den Fokus. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 78,11 US-Dollar, nur 4,07 Prozent über dem aktuellen Kurs. Ob die Aktie dieses Niveau zurückerobert, dürfte in den kommenden Handelstagen zeigen, welche Erzählung sich durchsetzt: die langfristige Wette auf ein integriertes Weltraumunternehmen oder die kurzfristige Sorge um Integrationsrisiken und Verzögerungen bei Neutron.

Anzeige

Rocket Lab USA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rocket Lab USA-Analyse vom 16. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Rocket Lab USA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rocket Lab USA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rocket Lab USA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rocket Lab USA

Rocket Lab USA Chart