Rocket Lab USA ist kein reines Launch-Unternehmen mehr. Das Space-Systems-Segment — Satellitenbau, Komponenten, Orbitalmanagement — erwirtschaftet mittlerweile 67,8 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Transformation zur vertikal integrierten Raumfahrtplattform ist vollzogen.
Satellitenbau überholt Raketenstarts
Der Auftragsbestand hat die Marke von 2,2 Milliarden Dollar durchbrochen. Die Nachfrage kommt sowohl aus dem staatlichen als auch dem kommerziellen Sektor. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnen Analysten mit einem Umsatzwachstum von 52 Prozent.
Launch-Services bleiben wichtig — als Einstiegspunkt. Die Margen liegen aber im Satellitenbau. Rocket Lab fertigt Satelliten-Busse in Serie und bietet komplette Missionslösungen an. Das verbessert die Planbarkeit.
Zwei Akquisitionen abgeschlossen
In den vergangenen 48 Stunden hat Rocket Lab zwei strategische Zukäufe finalisiert:
Rocket Lab Robotics: Die Übernahme von Motiv Space Systems ist durch. Die Pasadena-Einheit bringt Mars-erprobte Technologie mit — darunter die Roboterarme des NASA-Rovers Perseverance. Rocket Lab kann nun Bewegungssteuerung und Präzisionsmechanik für planetare Missionen aus eigener Hand liefern.
Laser-Kommunikation: Die Integration von Mynaric AG ist abgeschlossen. Die optischen Laser-Terminals sind für die Koordination großer Satellitenkonstellationen entscheidend. Ein Markt, der rasant wächst.
Mit beiden Deals kontrolliert Rocket Lab einen Großteil der eigenen Lieferkette. Die Abhängigkeit von Drittanbietern sinkt. Die Produktion proprietärer Satelliten-Busse wie des „Lightning“-Bus für geostationäre Umlaufbahnen beschleunigt sich.
Sektor-Neubewertung treibt Kurs
Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 143,20 Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 88,45 Prozent, über zwölf Monate sind es 397,91 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 69,34 Dollar — die Aktie handelt 106,51 Prozent darüber.
Die Bilanz ist solide. Die Barreserven übersteigen die Gesamtverschuldung. Das verschafft Spielraum für weitere Zukäufe. Zudem läuft die Entwicklung der Neutron-Rakete und des hypersonischen Testprogramms „HASTE“ — beides langfristige Wachstumstreiber.
Fokus auf Backlog-Abarbeitung
Im zweiten Quartal 2026 steht die Umsetzung des Auftragsbestands im Vordergrund. Das Management sieht Space Systems weiter als Wachstumsmotor — vor allem bei Anwendungen für nationale Sicherheit und autonome Robotik in extremen Umgebungen. Im Juni könnten branchenweite Entwicklungen für zusätzliche Volatilität sorgen.
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