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Rocket Lab Aktie: NASA-Auftrag für PolSIR und TSIS-2

Rocket Lab erhält NASA-Zuschlag für drei Raketenstarts und stemmt sich damit gegen den jüngsten Kursverfall der Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • NASA vergibt drei Electron-Missionen
  • Zwei Wissenschaftsprojekte ab 2027 geplant
  • Aktie erholt sich leicht nach Kursrutsch
  • Operatives Tempo bleibt unverändert hoch

Rocket Lab hat eine der schwersten Kurswochen seiner Börsengeschichte hinter sich. Ausgerechnet jetzt meldet das Unternehmen einen neuen NASA-Auftrag — und liefert damit ein operatives Gegengewicht zur sentiment-getriebenen Verkaufswelle der vergangenen Wochen.

Drei Electron-Raketen für zwei Wissenschaftsmissionen

NASA hat Rocket Lab für drei Electron-Starts ausgewählt. Die Aufträge decken zwei separate Missionen ab: PolSIR und TSIS-2. Beide Starts sollen ab Anfang 2027 erfolgen.

PolSIR schickt zwei identische CubeSats ins All. Sie sollen Eiswolken in großen Höhen über den Tropen untersuchen — wie sie entstehen, warum sie sich im Tagesverlauf verändern und wie viel Eis sie enthalten. Die Daten fließen in Klimamodelle ein, um Wettervorhersagen zu verbessern.

TSIS-2 misst die Menge an Sonnenenergie, die in die Erdatmosphäre eintritt. Das Instrument ist der Nachfolger von TSIS-1, das außen an der Internationalen Raumstation montiert ist. Gebaut hat es General Atomics Electromagnetic Systems. Ursprünglich war ein Falcon-9-Rideshare-Start geplant. NASA wechselte zu Electron, ohne die Gründe zu nennen — die Mission liegt ohnehin bereits mehrere Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Bemerkenswert: Zwischen Vertragsunterzeichnung und geplantem Start liegen nur sieben Monate.

Die Aufträge laufen über NASAs VADR-Vertragsvehikel für kleine Satelliten. Den Auftragswert veröffentlicht die Behörde grundsätzlich nicht.

Wachsende NASA-Partnerschaft

Die neuen Aufträge reihen sich in eine längere Liste ein. Rocket Lab startet für NASA auch die Aspera-Mission zur Erforschung der Galaxienentwicklung. Noch in diesem Jahr soll ein eigenes Photon-Raumfahrzeug für NASAs LOXSAT-Mission starten — eine Demonstration von Betankungstechnologien im Weltraum, die für künftige Mondmissionen relevant sein könnten.

Als Auswahlgrund nennt NASA unter anderem Electrons Präzision bei der Orbitalplatzierung. Während die Branche Satelliten typischerweise mit Kilometergenauigkeit ins Ziel bringt, erreicht Electron Meterabweichungen. Hinzu kommen mehr als 90 absolvierte Starts und kurze Reaktionszeiten — zuletzt demonstriert beim Start für die U.S. Space Force, der nur 16 Stunden und 42 Minuten nach Startfreigabe erfolgte und damit den bisherigen Rekord um mehr als zehn Stunden unterbot.

Kurs erholt sich — bleibt aber tief im Minus

Der NASA-Auftrag gibt der Aktie kurzfristig Auftrieb. Am Freitag notiert das Papier bei 71,80 Euro, ein Plus von 1,27 Prozent. Das ändert wenig am Gesamtbild: Seit dem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro Ende Mai hat die Aktie fast die Hälfte ihres Werts verloren. Allein in den vergangenen 30 Tagen beträgt das Minus mehr als 44 Prozent — maßgeblich ausgelöst durch den SpaceX-Börsengang Anfang Juni, der Kapital aus dem Sektor abzog.

Am Donnerstag verlor das Papier sechs Prozent und beendete damit die fünfte Verlustsitzung in Folge. Parallel dazu meldete Rocket Lab, dass Electron für Synspectives verzögerte Mission wieder auf der Startrampe steht — auch das stützte den Kurs leicht.

Der RSI liegt bei 34,4 und nähert sich dem überverkauften Bereich. Der Kurs notiert noch rund zehn Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 65,20 Euro — das ist die nächste relevante technische Unterstützung. Rocket Lab produziert derzeit alle elf Tage eine neue Electron-Rakete. Das operative Tempo bleibt hoch, auch wenn der Kurs das noch nicht widerspiegelt.

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Diskussion zu Rocket Lab

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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