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Rocket Lab Aktie: Iridium-Kartellprüfung am 12. August abgeschlossen

Rocket Lab erhält US-Kartellfreigabe für Iridium-Übernahme und sichert ersten Alleinkunden für Neutron. Die Aktie notiert trotz operativer Erfolge unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Kartellfreigabe für Iridium-Deal
  • Erster Neutron-Alleinkunde gewonnen
  • Neue Aktienplatzierung zur Finanzierung
  • Rekordumsatz im zweiten Quartal

Rocket Lab hat in den vergangenen Wochen gleich mehrere regulatorische und operative Hürden genommen – der Kurs honoriert das bislang kaum. Die Aktie schloss am Freitag bei 62,40 Euro, nahezu unverändert zum Vortag, liegt aber auf Wochensicht zehn Prozent im Minus und rangiert damit gut ein Drittel unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 68,82 Euro.

Kartellprüfung für Iridium-Deal abgeschlossen

Die für Anleger wohl bedeutendste Nachricht der vergangenen Tage betrifft die geplante Übernahme von Iridium Communications: Die kartellrechtliche Wartefrist nach dem Hart-Scott-Rodino Act ist am 12. August ausgelaufen, damit ist eine zentrale regulatorische Hürde in den USA gefallen.

Rocket Lab reichte zudem am 13. August ein Formular S-4 bei der US-Börsenaufsicht ein, um Aktien als Gegenleistung für Iridium-Aktionäre zu registrieren. Parallel dazu haben beide Unternehmen bereits am 10. August Anträge bei der US-Kommunikationsbehörde FCC gestellt, um die Übertragung von Iridiums Lizenzen genehmigen zu lassen. Der Deal rückt damit spürbar näher an den Abschluss.

Um die Übernahme zu finanzieren, hat Rocket Lab am 13. August eine neue Aktienplatzierungsvereinbarung mit Deutsche Bank Securities und Wells Fargo Securities geschlossen. Das Volumen von bis zu 1.944.369.826 US-Dollar löst eine frühere Vereinbarung vom Mai ab, ohne dass sich das Gesamtvolumen erhöht. Die Mittel sollen Barzahlungen für Iridium finanzieren und eine Überbrückungsfinanzierung reduzieren.

Neutron gewinnt ersten Alleinkunden

Operativ meldete Rocket Lab am 10. August einen weiteren Meilenstein für seine neue Neutron-Rakete: Erstmals verkaufte das Unternehmen einen kompletten Neutron-Flug statt einer geteilten Mitfluggelegenheit – Kunde ist der Satellitenbetreiber Kepler Communications.

Am selben Tag stellte Rocket Lab mit „GHOST“ ein neues, weltweit einsetzbares containerisiertes Startsystem für suborbitale und orbitale Missionen vor und gründete mit der Rocket Lab Germany GmbH eine deutsche Tochtergesellschaft, die Fertigungskapazitäten für Satelliten und Komponenten in Europa aufbauen soll.

Diese Nachrichtenflut fällt in eine Phase, in der Rocket Lab bereits mit starken Zahlen aufwarten konnte: Für das zweite Quartal 2026 meldete das Unternehmen am 10. August einen Rekordumsatz und ein Rekord-Auftragsbestand, der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 62 Prozent. Für das dritte Quartal stellt Rocket Lab ein Umsatzziel zwischen 250 und 265 Millionen US-Dollar in Aussicht, bei einer GAAP-Bruttomarge von 29 bis 31 Prozent.

Kursschwäche trotz operativer Fortschritte

Trotz dieser Fülle an positiven Meldungen bleibt der Kurs unter Druck. Mit einem RSI von 42,1 und einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 78 Prozent zeigt sich, wie nervös der Handel in der Aktie derzeit verläuft. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt 53 Prozent, während die Aktie gegenüber ihrem Jahrestief noch ein deutliches Polster von 91 Prozent aufweist.

Cathie Woods ARK Invest nutzte die Marktschwäche am 18. August, um erneut bei Rocket Lab zuzugreifen und stockte den Bestand um 161.000 Aktien auf. Die zugrundeliegenden operativen und regulatorischen Fortschritte – von der Kartellfreigabe über neue Neutron-Aufträge bis zur Europa-Expansion – liefern jedenfalls Substanz, die über kurzfristige Kursschwankungen hinausreicht.

Ob sich das in steigenden Notierungen niederschlägt, hängt maßgeblich davon ab, wie der Markt die anstehenden Finanzierungsschritte für die Iridium-Übernahme bewertet.

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Diskussion zu Rocket Lab

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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