Startseite » Industrie » Rocket Lab Aktie: Erholung nach Blue-Origin-Explosion

Rocket Lab Aktie: Erholung nach Blue-Origin-Explosion

Rocket Lab erholt sich leicht nach Brancheneinbruch. CEO-Entwarnung zu Blue-Origin-Unfall und Robotik-Zukauf stützen den Kurs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursplus von drei Prozent
  • Blue-Origin-Explosion belastete Sektor
  • CEO Limp gibt Entwarnung
  • Robotik-Übernahme abgeschlossen

Rocket Lab stabilisiert sich. Die Aktie legte am Dienstag rund drei Prozent zu und notiert bei 108,60 Euro. Einen Tag zuvor war der Kurs um 14,7 Prozent eingebrochen — Auslöser war eine Explosion bei einem Wettbewerber, die den gesamten Raumfahrtsektor unter Druck setzte.

Blue Origin-Unfall erschüttert Branche

Am 28. Mai explodierte eine New-Glenn-Rakete von Blue Origin während eines Triebwerkstests am Cape Canaveral in Florida. Die Detonation war so heftig, dass sie als Erdbeben der Stärke 2,5 registriert wurde.

Rocket Lab war nicht direkt betroffen. Dennoch zog der Vorfall die gesamte Branche in Mitleidenschaft. Investoren befürchteten Verzögerungen im Startkalender und infrastrukturelle Engpässe. Redwire verlor 15,8 Prozent, Intuitive Machines 12,8 Prozent, Planet Labs 9,2 Prozent.

Die Sorge: Wenn kritische Startanlagen beschädigt sind, stockt die gesamte Lieferkette für Satellitendeployments. Rocket Lab geriet in den Sog, obwohl das Unternehmen eigene Startanlagen nutzt.

CEO gibt Entwarnung

Die Stimmung drehte, als Blue Origin-Chef Dave Limp am Dienstag Klartext sprach. Die New Glenn soll noch vor Jahresende wieder fliegen. Entscheidende Infrastruktur — Treibstofflager, Wasserturm — habe die Explosion überstanden. Auch die zuvor geflogene Erststufe und mehrere Oberstufen seien unbeschädigt.

Damit ist eine jahrelange Zwangspause vom Tisch. Die Nachricht wirkte sektorweit beruhigend. Rocket Lab profitierte von der Entspannung, auch wenn die Aktie binnen sieben Tagen noch immer knapp zwölf Prozent im Minus steht.

Robotik-Zukauf abgeschlossen

Parallel zur Marktturbulenz schloss Rocket Lab die Übernahme von Motiv Space Systems ab. Die Einheit firmiert künftig als Rocket Lab Robotics und soll End-to-End-Marsmissionen sowie komplexe Orbitalmanöver ermöglichen.

Die Integration spezialisierter Robotik erweitert das Geschäftsmodell über reine Startdienstleistungen und Satellitenbau hinaus. Marktbeobachter werten den Schritt als Versuch, Umsatzströme zu diversifizieren und weniger abhängig von einzelnen Startfenstern zu werden — gerade in einer Phase, in der technische Rückschläge branchenweit für Unsicherheit sorgen.

Raumfahrtsektor im Umbruch

Der Sektor steht unter Beobachtung. SpaceX hat einen Börsengang eingereicht, die Startkapazitäten werden neu verteilt. Rocket Lab verzeichnete am Montag den dritten Verlusttag in Folge, die leichte Erholung am Dienstag deutet auf eine Entkopplung vom Blue-Origin-Schock hin.

Kritisch bleibt die Frage, wie schnell Reparaturen an Startanlagen voranschreiten. NASA-Administrator Jared Isaacman hatte zunächst längere Ausfallzeiten angedeutet. Die Zusage von Blue Origin, noch 2026 zurückzukehren, hat die Bewertungen vorerst stabilisiert. Rocket Lab notiert aktuell 16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 129,20 Euro, das erst vor einer Woche markiert wurde.

Anzeige

Rocket Lab-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rocket Lab-Analyse vom 2. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Rocket Lab-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rocket Lab-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rocket Lab: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rocket Lab

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.