Während die Rocket Lab-Aktie in den vergangenen sieben Tagen fast acht Prozent verloren hat, verdichten sich die Nachrichten rund um das Unternehmen. Rekordquartalszahlen, ein bevorstehender Hyperschalltest und der SpaceX-Börsengang als möglicher Rückenwind — die Agenda für die kommenden Wochen ist voll.
Nur zwei haben es geschafft
CEO Peter Beck bringt es auf den Punkt: Von rund 142 Raumfahrt-Startups, die zur gleichen Zeit wie Rocket Lab gegründet wurden, haben nur zwei ein zuverlässiges und skalierbares Orbital-Startprogramm aufgebaut — sein Unternehmen und SpaceX. Diese operative Reife schlägt sich in den Zahlen nieder.
Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Rekordumsatz von 200,35 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Markterwartungen von 189,68 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand wuchs auf 2,2 Milliarden Dollar, gestützt durch Verträge aus dem Verteidigungs- und Kommerzialsegment. Für das zweite Quartal erwartet das Management zwischen 225 und 240 Millionen Dollar Umsatz.
Curveball und Neutron
Am 12. Juni öffnet das Startfenster für die Mission „Curveball“ — ein HASTE-Flug (Hypersonic Accelerator Suborbital Test Electron) vom Wallops Flight Facility in Virginia. Die Mission ist ein weiterer Baustein im wachsenden Hyperschall-Testgeschäft des Unternehmens. Das Startfenster reicht von 00:00 bis 05:15 Uhr EST.
Parallel dazu hält Rocket Lab am Zeitplan für die Neutron-Rakete fest. Die mittelgroße Trägerrakete soll im vierten Quartal 2026 ihren Erstflug absolvieren. Wettbewerber Blue Origin hat zuletzt Rückschläge erlitten: Die New-Glenn-Rakete explodierte bei einem Statiktest. Das verengt das Feld der ernsthaften Konkurrenten im mittleren und schweren Segment weiter.
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SpaceX-IPO als Halo-Effekt?
Ebenfalls am 12. Juni steht der mit Spannung erwartete Börsengang von SpaceX an — zuletzt mit einer Bewertung von 1,8 Billionen Dollar gehandelt. Analysten sehen darin einen möglichen Halo-Effekt für skalierte Wettbewerber wie Rocket Lab. Institutionelle Investoren, die in das Raumfahrtsegment einsteigen wollen, aber SpaceX nicht direkt kaufen können, könnten auf Rocket Lab als westliche Alternative ausweichen.
Auf Kursbasis notiert die Aktie bei 97,80 Euro — rund 27 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro, aber noch immer fast 58 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 61,92 Euro. Der RSI von 47,9 signalisiert neutrale Dynamik nach der jüngsten Konsolidierung. Die annualisierte Volatilität von über 130 Prozent zeigt: Ruhige Phasen sind bei diesem Titel die Ausnahme.
Der 12. Juni wird zum Doppeltermin — Curveball-Start und SpaceX-IPO am selben Tag. Wie der Markt auf beides reagiert, dürfte die kurzfristige Richtung der Aktie maßgeblich mitbestimmen.
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