Rocket Lab hat am Mittwoch seine 94. Electron-Mission erfolgreich gestartet und damit den 15. Start des Jahres 2026 absolviert. An Bord befand sich der Erdbeobachtungssatellit StriX des japanischen Unternehmens Synspective, der unter dem Missionsnamen „Owl Around The World“ in eine niedrige Erdumlaufbahn von 575 Kilometern gebracht wurde. Der Start hatte sich wegen starker Winde über der Startanlage zuvor um mehrere Tage verschoben.
Nach eigenen Angaben von Rocket Lab erweitert der Satellit die SAR-Konstellation von Synspective und stärkt damit deren Fähigkeiten in der Erdbeobachtung mittels Radartechnik. Bereits kurz nach dem Start sicherte sich Synspective einen weiteren Electron-Start für seine Satellitenflotte – ein Zeichen für die anhaltende Nachfrage des japanischen Kunden, der zu den wiederkehrenden Auftraggebern von Rocket Lab zählt.
Insiderverkauf und institutioneller Zukauf parallel gemeldet
Neben dem Startgeschehen wurde bekannt, dass Finanzchef Adam Spice im Rahmen eines Rule-10b5-1-Verkaufsplans 140.157 Aktien im Gesamtwert von rund 8,77 Millionen Dollar veräußern will. Solche im Voraus festgelegten Verkaufspläne dienen Führungskräften dazu, Aktienverkäufe unabhängig von möglichen Insiderinformationen zu strukturieren, und werden von Investoren daher nicht automatisch als negatives Signal gewertet.
Auf der anderen Seite meldete das Public Employees Retirement System of Ohio eine neue Position bei Rocket Lab: Der Pensionsfonds kaufte 623.084 Aktien im Wert von etwa 9,8 Millionen Dollar. Die gegenläufigen Bewegungen – ein Verkauf aus dem Management, ein Einstieg eines institutionellen Investors – zeigen ein gemischtes Bild, das für sich genommen keine eindeutige Richtung vorgibt.
Kursreaktion bleibt verhalten
Der Aktienkurs von Rocket Lab schloss am Freitag bei 55,50 Euro und legte damit im Tagesvergleich um 1,1 Prozent zu. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Rückgang von 14 Prozent zu Buche – ein Nachklang der Kursschwäche, die seit der Vorlage der Quartalszahlen Ende August eingesetzt hatte. Die operative Nachrichtenlage rund um den erfolgreichen Start und die neue Buchung von Synspective konnte diesen Trend bislang nicht umkehren.
Für das laufende dritte Quartal hatte Rocket Lab zuvor einen Umsatz zwischen 250 und 265 Millionen Dollar in Aussicht gestellt, bei einem erwarteten bereinigten EBITDA-Verlust von 17 bis 23 Millionen Dollar und einer GAAP-Bruttomarge von 29 bis 31 Prozent.
Diese Prognose bildet weiterhin den Rahmen, an dem sich Anleger bei der Einordnung der operativen Fortschritte orientieren – die Häufung erfolgreicher Electron-Starts und neuer Kundenaufträge liefert dafür zumindest auf der Umsatzseite unterstützende Signale.
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