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Rocket Lab Aktie: 233 Millionen Dollar Q2-Prognose

Rocket Lab meldet Rekordumsätze und Auftragsbestand, die Aktie fällt jedoch deutlich. Analysten sehen trotz Kursrückgang hohes Aufwärtspotenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzsprung um 36 Prozent
  • Auftragsbestand auf 1,85 Milliarden Dollar
  • 81 Prozent der Analysten raten zum Kauf
  • Kurs 49 Prozent unter Jahreshoch

Rocket Lab liefert die besten Quartale seiner Geschichte. Trotzdem verliert die Aktie seit Wochen an Boden. Diese Kombination sorgt für Verwirrung unter Anlegern.

Am Mittwoch notiert das Papier bei 68,00 Euro, ein Minus von 1,59 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 6,72 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es sogar 27,97 Prozent. Zum Vergleich: Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch noch mit 4,62 Prozent im Plus, über zwölf Monate sogar mit 76,17 Prozent.

Ein Rekordhalbjahr als Basis

Die ersten sechs Monate 2026 liefen für Rocket Lab außergewöhnlich gut. Die Aktie legte um 46 Prozent zu — mehr als viermal so stark wie der S&P 500 mit seinen 10 Prozent. Zwei Quartalsberichte hat das Unternehmen in diesem Jahr bereits vorgelegt, und jeder übertraf den vorherigen.

Im Februar meldete Rocket Lab für das vierte Quartal einen Umsatzsprung von 36 Prozent auf 180 Millionen Dollar. Der operative Verlust blieb mit 53 Millionen Dollar nahezu unverändert. Entscheidender war der Auftragsbestand: Er kletterte um 73 Prozent auf 1,85 Milliarden Dollar.

Ausblick bestätigt das Tempo

Für das zweite Quartal rechnet das Management mit rund 233 Millionen Dollar Umsatz im Mittelwert der Prognose. Das entspräche einem Wachstum von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen sollen Anfang August veröffentlicht werden.

Ein Teil der jüngsten Kursschwankungen lässt sich auf einen einmaligen Effekt zurückführen. Der Börsengang von SpaceX hatte Rocket Lab kurzzeitig Rückenwind verschafft. Diese Euphorie ist inzwischen verflogen — und mit ihr ein Teil der Kursgewinne.

Analysten bleiben trotz Rückschlag optimistisch

An der Wall Street hat sich die Stimmung kaum eingetrübt. Von 16 Analysten, die eine Einschätzung veröffentlicht haben, stufen 81 Prozent die Aktie als Kauf oder starken Kauf ein. Keiner rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 117 Dollar — ein mögliches Aufwärtspotenzial von 61 Prozent gegenüber dem Dienstagsschluss.

Gestützt wird die positive Einschätzung durch die strategische Neuausrichtung des Unternehmens. Mit der milliardenschweren Übernahme von Iridium für rund 8 Milliarden Dollar positioniert sich Rocket Lab als Anbieter kompletter Raumfahrtlösungen — vom Start bis zum Betrieb im All.

Charttechnik zeigt Abkühlung

Die Kursbewegung der vergangenen Wochen spiegelt eine deutliche Abkühlung nach dem Frühjahrshoch wider. Bei 68,00 Euro notiert die Aktie 49,18 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro, erreicht am 27. Mai 2026. Zum 52-Wochen-Tief von 32,60 Euro aus dem November 2025 besteht dagegen weiterhin deutlicher Abstand.

Der Kurs liegt sowohl unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 94,44 Euro als auch unter dem 100-Tage-Durchschnitt von 78,57 Euro. Knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 67,31 Euro hält sich die Aktie noch — ein Niveau, das kurzfristig als Unterstützung dienen könnte. Der RSI von 35,4 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain, während die annualisierte Volatilität von fast 94 Prozent das hohe Risikoprofil des Titels unterstreicht.

Investoren stehen damit vor zwei gegensätzlichen Bildern: einem Unternehmen mit beschleunigtem Umsatz- und Auftragswachstum auf der einen Seite, einer Marktrotation weg von volatilen Raumfahrtwerten nach dem SpaceX-Börsengang auf der anderen. Mit den Quartalszahlen Anfang August und der noch ausstehenden regulatorischen Freigabe der Iridium-Übernahme dürften die kommenden Wochen zeigen, in welche Richtung sich diese Spannung auflöst.

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Diskussion zu Rocket Lab

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

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