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Rocket Lab Aktie: 2,2 Milliarden Dollar Backlog-Rekord

Rocket Lab-Aktie erholt sich leicht, während der SpaceX-Börsengang die Branche bewegt. Analysten sehen Potenzial durch Rüstungsaufträge.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursplus von 1,21 Prozent
  • Analysten heben Rating auf Kaufen
  • Rekord-Auftragsbestand von 2,2 Milliarden Dollar
  • Positionierung für Space-Force-Aufträge

Der Kurs von Rocket Lab zeigt erste Anzeichen einer Erholung. Am Donnerstag notiert die Aktie bei 100,00 Euro, ein Plus von 1,21 Prozent gegenüber dem Vortag. Die Stabilisierung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Der Start der Roadshow für den historischen Börsengang von SpaceX hat die gesamte Raumfahrtbranche in Aufruhr versetzt.

In den vergangenen sieben Tagen verlor die Aktie 21,38 Prozent. Nach dem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro Ende Mai setzte eine scharfe Korrektur ein. Institutionelle Anleger rotierten Kapital um – Vorbereitung auf die SpaceX-Notierung, die eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar anpeilt.

Analystenwechsel: Vom Raketenbauer zum Rüstungskonzern

Trotz des technischen Rückschlags gab es am Mittwoch ein wichtiges Signal. Die Analysten von Seeking Alpha hoben das Rating auf „Kaufen“. Ihre Begründung: Rocket Lab hat sich vom reinen Startdienstleister zu einem vertikal integrierten Verteidigungskonzern entwickelt.

Der Auftragsbestand ist auf 2,2 Milliarden Dollar gestiegen – ein Rekord. Das Space-Systems-Segment, das Satellitenkomponenten und Managementlösungen liefert, dominiert diesen Backlog. Die Analysten sehen darin eine stabilere Erlösbasis als das historisch volatile Launch-Geschäft.

Gute Chancen bei der Space Force

Branchenbeobachter sehen Rocket Lab gut positioniert für neue Großaufträge der US Space Force. Das Unternehmen ist bereits für Programme wie die Space Based Interceptor Demonstration ausgewählt – Entwicklung von Abwehrsystemen gegen Hyperschallraketen.

Diese Einbindung in nationale Sicherheitsketten gilt als strategischer Vorteil. Hohe Wechselkosten schützen den Marktanteil, selbst wenn neue Anbieter in das Medium-Lift-Segment drängen.

Technisches Bild und Neutron-Entwicklung

Mit 100 Euro liegt der Kurs 20,81 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 82,78 Euro und satte 63 Prozent über der 200-Tage-Linie bei 61,35 Euro. Der RSI von 49,1 signalisiert Neutralität – der Ausverkauf hat sich vorerst beruhigt.

Die Verzögerung beim Neutron-Raketenprogramm belastet. Nach einem Strukturfehler bei einem Drucktest im Januar ist der erste Start nun für Ende 2026 geplant. Der Markt fokussiert sich jedoch auf das laufende Space-Systems-Geschäft, das solide läuft.

Die SpaceX IPO Roadshow läuft noch bis zum 11. Juni. Analysten rechnen mit anhaltend hoher Volatilität – die annualisierte 30-Tage-Volatilität von Rocket Lab liegt bei 131 Prozent. Die nächsten Handelstage bleiben turbulent.

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Diskussion zu Rocket Lab

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.